Das neue Familienhaus am Eltern-Kind-Zentrum der Bonner Uni-Klinik feierlich eingeweiht – Auch Familienminister Dr. Joachim Stamp (Bild oben) griff zur Schere – Im Sieben-Millionen-Bau wohnen Eltern und Geschwister von schwerkranken Kindern während deren Behandlung im Klinikum – Die Einrichtung aller 42 Elternzimmer finanzierte die Hilfsgruppe Eifel mit Unterstützung des Kaller Möbelhauses Brucker   

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Das neue Familienhaus des Förderkreises Bonn e.V. auf dem Bonner Venusberg wurde am Sonntag, 27. Juni, offiziell seiner Bestimmung übergeben. Hausherr Jan Hennemann (rechts) begrüßte beim Festakt unter anderem Bonns Oberbürgermeisterin Katja Dörner und NRW-Familienminister Dr. Joachim Stamp. Foto: Reiner Züll

Kall/Bonn –  „Danke, Danke“, lautete die Botschaft, die sich wie ein roter Faden durch den Festakt zur Einweihung des neuen Familienhauses auf dem Gelände des Universitätsklinikum auf dem Venusberg in Bonn hinzog. Der Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche Bonn, der seit mehr als 20 Jahren von der Kaller Hilfsgruppe Eifel unterstützt wird, hat das Haus gebaut. Über eine Million Euro hat die Hilfsgruppe in dieser Zeit den Bonner Ehrenamtlern zukommen lassen. Und auch bei Bau des neuen, sieben Millionen Euro teuren Familienhauses hat die Hilfsgruppe einen großen Beitrag geleistet, indem sie in Zusammenarbeit mit dem Möbelhaus Brucker die komplette Einrichtung von 42 Familienzimmern und den Foyers auf drei Etagen finanziert hat.

Segneten das neue Haus ein: Der katholische Pfarrer Franz-Josef Lausberg (links) und dessen evangelischer Amtsbruder, Superintendent Dietmar Pistorius, der Brot und Salz mitgebracht hatte. Foto: Reiner Züll

Bei der Einweihung, die unter strengen Corona-Richtlinien  stattfand, war selbst der stellvertretende NRW-Ministerpräsident und Familienminister Dr. Joachim Stamp voll des Lobes über das soziale Engagement der Kaller Kinderkrebshilfe. Dieses bürgerschaftliche Engagement verdiene höchste Anerkennung. „Ich bin beeindruckt von der Hilfsgruppe Eifel, die den Förderverein seit Jahrzehnten mit mehr als einer Million Euro unterstützt hat und auch jetzt die gesamte Einrichtung des Familienhauses finanziert hat“, sagte der Familienminister. Er bedankte auch ausdrücklich beim Möbelhaus Brucker, das sich mit seinem erfahrenen Team bei der Planung, der Auswahl der Lieferung und der Montage der Einrichtung über das normale Maß hinaus eingebracht habe.

“Das ist Eifeler Qualität” versicherte Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel (links) gegenüber Familienminister Dr. Joachim Stamp (rechts) bei der Besichtigung der von der Firma Brucker eingerichteten 42 Elternzimmern. Foto: Reiner Züll

„Das ist Eifeler Qualität“, scherzte Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel, als der Familienmister beim Rundgang durch den dreistöckigen Neubau in einem der 42 Elternzimmer die Betten begutachtete.  Und auch die Bonner Oberbürgermeisterin Katja Dörner war angetan von der soliden und zweckmäßigen Einrichtung der Zimmer, in denen Eltern und Geschwister während der Behandlung ihrer schwerkranken Kinder und Geschwister in direkter Nähe des ebenfalls neu errichteten Eltern-Kind-Zentrum (ELKI) übernachten können.

Zuvor hatte Hilfsgruppenmitglied Lutz Hennemann, der Ehrenvorsitzende und Gründer des Bonner Förderkreises, über die Historie des Familienhauses berichtet. Bisher habe der Förderkreis ein Elternhaus in der Joachimstraße nahe der Kinderkrebsklinik an der  Adenauerallee. Dort wohnten in der Vergangenheit auch immer wieder die Eltern von krebskranken Kindern aus den Kreis Euskirchen.

 Nachdem bekannt wurde, dass die Kinderkrebsklinik aus der Bonner Innenstadt in das neue Eltern-Kind-Zentrums der Uni-Klinik auf den Venusberg umsiedelt, beschloss der Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche e.V. den Neubau eines Familienhauses in direkter Nähe zum neuen Eltern-Kind-Zentrum.

Die “Hennemänner” Jan (rechts) und Lutz (Mitte) mit Angelika Züll, Helmut Lanio, Kathi und Willi Greuel von der Hilfsgruppe Eifel vor dem neuen Familienhaus. Foto: Reiner Züll

Um das Projekt „Familienhaus Bonn – Damit kein Kind alleine ist“ zu realisieren gründete sich eine gemeinnützige Gesellschaft mbH, die von Lutz Hennemanns Sohn Jan als Geschäftsführer geleitet wird. Es habe einige Jahre gedauert und viel Einsatz, Herzblut, graue Haare und Tränen gekostet, ehe das neue Haus jetzt endlich eingeweiht werden könne, sagte Geschäftsführer Jan Hennemann bei der Einweihung am letzten Sonntag. „Mit dieser Einweihung fällt mir ein Riesenstein vom Herzen“, beschrieb er seine Erleichterung. Das Haus sei zwar trotz aller Bemühungen noch nicht ganz fertig, doch er hoffe, schon  bald die ersten Eltern begrüßen zu können. Jan Hennemann bedankte sich bei allen Unterstützern des Projektes und hob besonders die Hilfsgruppe Eifel und das Möbelhaus Brucker hervor.

Willi Greuel (rechts) ist begeistert. Hell und gemütlich sind die Foyers auf den einzelnen Etagen des Hauses, in dem sich die Eltern schwerkranker Kinder wohl fühlen sollen. Auch NRW-Familienminster Dr. Joachim Stamp (Mitte) war von der soliden Ausstattung der Räumlichkeiten angetan. Foto: Reiner Züll

Das Familienhaus biete Eltern, die ihr krankes Kind am Uniklinikum Bonn begleiten, ein Zuhause auf Zeit. Denn die Betreuung eines kranken Kindes verlange seinen Angehörigen alles ab, und das nicht nur physisch und psychisch, sondern je nach Erkrankung und Dauer der Behandlung, auch finanziell. Hennemann: „Hier stehen wir fest an der Seite der Eltern und  bieten ihnen kostengünstige Übernachtungen in direkter Nähe des Eltern-Kind-Zentrums sowie einen Rückzugsort zum Kraftschöpfen und Durchatmen an“.

Die Delegation der Hilfsgruppe Eifel bei der Einweihung in Bonn. Links im Hintergrund die noch unfertigen Außenanlagen, die künftig Ruhezone für Eltern und Kinder sein werden. Foto: Reiner Züll

Die Delegation der Hilfsgruppe Eifel bei der Einweihung in Bonn. Links im Hintergrund die noch unfertigen Außenanlagen, die künftig Ruhezone für Eltern und Kinder sein werden. Foto: Reiner Züll

Vize-Ministerpräsident Dr. Joachim Stamp: “„Ich bin beeindruckt von der Hilfsgruppe Eifel, die den Förderverein in all den Jahren mit mehr als einer Million Euro unterstützt hat”. Foto: Reiner Züll

Die Möglichkeiten für Eltern und Kinder seien vielfältig. „Ob eine ruhige Minute im Garten, Auspowern im Sportraum oder ein ungestörtes Essen in unserem Eltern-Café, das Wohlbefinden der Eltern soll hier im Haus im Vordergrund stehen“, sagte Hennemann: „Es ist ein Balance-Akt: einerseits in unmittelbarer räumlicher Nähe zur Klinik zu sein, andererseits aber den Eltern eine Umgebung zu bieten, in der sie genau diese Klinik-Eindrücke im besten Falle für einen Moment hinter sich lassen können“. Deshalb werde  das gesamte Haus auch „kittelfrei“ sein.

Per Video-Schalte übermittelte der ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums (UK),  Professor Wolfgang Holzgreve, seinen Dank an den Förderverein. „Das Familienhaus direkt neben unserem neuen Eltern-Kind-Zentrum ist ein fantastisches Projekt, für das wir nicht genug danken können. So können Eltern ihren Kindern im ELKI rund um die Uhr zur Seite stehen“. Da Kinder mit Erkrankungen wie Krebs oder Herzfehlern heute glücklicherweise nach den Operationen oder anderen stationären Behandlungen in die vertraue häusliche Umgebung zurückkehrten, könnten Eltern im Familienhaus auch für die Mitbetreuung zu Hause sehr gut ausgebildet werden.

Zerschnitten das Eröffnungsband. Von links: Michael Körber (Leiter Baumanagement UKB), Dr. Joachim Stamp (stellvertretender Minsterpräsident NRW und Familienminister), Katja Dörner (Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn), Jan Hennemann (Geschäftsführer Familienhaus gGmbH) und der Kaufmännischer Direktor und Stellvertretende Vorstandsvorsitzende des UKB Clemens Platzköster. Foto: Reiner Züll

Die Einsegnung des neuen Hauses vollzogen der katholische Pfarrer und UK-Seelsorger Franz-Josef Lausberg, und der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Bonn, Dietmar Pistorius, der Brot und Salz als Segen für die neuen vier Wände mitbrachte. Während das Brot das Lebensnotwendige symbolisiert, steht das Salz für die nötige Würze im neuen Heim.  (Reiner Züll)

Freuen sich über das neue Haus. Von links: Hausherr Jan Hennemann, Katja Dörner (Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn), Lutz Hennemann (Ehrenvorsitzender Förderkreis) , Ursula Roos (stellvertretende Vorsitzende Förderkreis), Dr. Joachim Stamp, stellv. Minsterpräsident NRW und Familienminister), MdL Susanne Schneider (Gesundheitspolitische Sprecherin derr FDP-Landtagsfraktion), MdL Franziska Müller-Rech (Mitglied des FDP-Landtagsfraktion), Clemens Platzköster (Kaufmännischer Direktor und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des UK Bonn). Foto: Reiner Züll

Freuen sich über das neue Haus. Von links: Hausherr Jan Hennemann, Katja Dörner (Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn), Lutz Hennemann (Ehrenvorsitzender Förderkreis) , Ursula Roos (stellvertretende Vorsitzende Förderkreis), Dr. Joachim Stamp, stellv. Minsterpräsident NRW und Familienminister), MdL Susanne Schneider (Gesundheitspolitische Sprecherin derr FDP-Landtagsfraktion), MdL Franziska Müller-Rech (Mitglied des FDP-Landtagsfraktion), Clemens Platzköster (Kaufmännischer Direktor und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des UK Bonn). Foto: Reiner Züll

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Der Förderkreis – eine Erfolgsgeschichte

Lutz Hennemann (rechts) berichtete über die Entstehung des Projektes, nachdem seine Tochter 1982 an einer Tumorerkrankung gestorben war. Aufmerksame Zuhörer waren (vorne von links) Jan Hennemann, Bonns Oberbürgermeisterin Katja Dörner und Familienminister Dr. Joachim Stamp. Foto: Reiner Züll

 

Lutz Hennemann, Gründer des Förderkreises für krebskranke Kinder und Jugendliche, ließ die Erfolgsgeschichte des Familienhaus-Projektes Revue passieren. Foto: Reiner Züll

Lutz Hennemann, der Gründer und heutige Ehrenvorsitzende des Förderkreises für krebskranke Kinder und Jugendliche Bonn e.V. ist Mitglied der Hilfsgruppe Eifel. Als selbst betroffener Vater waren er und Professor Udo Bode 1982 Initiatoren der Gründung eines Elternvereins und des danach folgenden Elternhaus-Projektes, das 1987 mit dem Kauf des bisherigen Elternhauses in der Joachimstraße begann und sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt hat. Bei der Einweihung des neuen Elternhauses in direkter Nähe des neuen Eltern-Kind-Zentrums (ELKI) auf dem Venusberg-Campus ließ Lutz Hennemann in seiner Festrede die Zeit von den Anfängen des Förderkreises bis zum jetzigen Neubau mit den folgenden Worten Revue passieren:

„Ich möchte heute an diesem sonnigen und festlichen Tag zurückgehen an den Anfang. Am Anfang stand eine Idee wie kann man die Situation krebskranker Kinder und deren Familien in der Behandlungsphase verbessern. Verbessern in Deutschland? Ja in diesem hochindustrialisierten und reichen Land war nicht alles Gold was glänzt. Die alte Kinderklinik an der Adenauerallee war schon ziemlich in die Jahre gekommen und vielerorts zu klein für alle Bereiche pädiatrischer Spitzenmedizin. Wir haben das am eigenen Leib erfahren müssen.

1979 erkrankte unsere Tochter Daniela – 5 Jahre alt – an einem sehr bösartigen Wilmstumor. Behandelt wurde sie erstmals auf der Infektionsabteilung des Krankenhauses wegen des Verdachts einer Meningitis-Erkrankung. Erst sechs Monate später hieß es „Ihr Kind hat Krebs!“  Eine Diagnose die wohl alle Eltern fassungslos macht, auch uns. Hilfe gab es keine. Wir waren allein.

Erst als Professor Udo Bode eine onkologisch hämatologische Abteilung übernahm, kam Licht in das Dunkel unseres Alltags. Aber alles Licht half nicht – 1982 starb Daniela. Jetzt erst wurde uns bewusst, wie verlassen wir all die Jahre waren.

Professor Dr. Udo Bode (links) und Förderverein-Ehrenvorsitzender Lutz Hennemann, hier 2020 bei einem Gespräch mit Hacky Heinen (rechts) von Radio 700, waren 1982 die Initiatoren zur Gründung des Fördervereins.  Seit mehr als 25 Jahren sind sie der Hilfsgruppe verbunden. Foto: Reiner Züll

Professor Dr. Udo Bode (links) und der Förderverein-Ehrenvorsitzende Lutz Hennemann, hier 2020 bei einem Gespräch mit Hacky Heinen (rechts) von Radio 700, waren 1982 die Initiatoren zur Gründung des Fördervereins. Seit mehr als 25 Jahren sind sie der Hilfsgruppe verbunden. Foto: Reiner Züll

Professor Bode gab den Anstoß, dass sich was ändern musste. Wir brauchten Geld.  Also wurde ein Elternverein gegründet um Spendengelder einzusammeln für psychosoziale Betreuung, für eine schönere Umgebung in der Klinik, kinderfreundliche Ausstattung etc. Letztendlich musste die Station renoviert werden usw, usw.

All das funktionierte hervorragend. Wir bekamen Spenden aus Basaren und Familienfeiern, wir erhielten auch Erbschaften und Vermächtnisse, die uns die Arbeit immens erleichterten.

1987 dann der Kauf des Elternhauses in der Joachimstraße mit Unterstützung durch die  Deutsche Krebshilfe. 1995/96 folgten eine große Erweiterung und der Umbau der Onkologischen Station für drei Millionen D-Mark. Es wurden Ambulanz-und Tagesklinikräume geschaffen, Arzt- und Schwesternzimmer und auch Professor Bode bekam ein  eigenes Chefbüro. Das ganze wurde mit einem notariellen Schenkungsvertrag dem Land NRW übertragen.

Der Ehrenvorsitzende des Fördervereins für krebskranke Kinder und Jugendliche, Lutz Hennemann (links) stieß mit Familienmister Dr. Joachim Stamp auf das neue Familienhaus an. Foto: Reiner Züll

Der Ehrenvorsitzende des Fördervereins für krebskranke Kinder und Jugendliche, Lutz Hennemann (links), stieß mit Familienmister Dr. Joachim Stamp auf das neue Familienhaus an. Foto: Reiner Züll

Und so ging die Erfolgsgeschichte weiter: Vieles würde heute im Behandlungsablauf und im Alltag fehlen, wenn der Förderkreis nicht dafür einspringt. Neben den Großprojekten sind eine ganze Reihe von Geräten und Mobiliar angeschafft worden, die den Alltag der Eltern erleichtern- eigentlich alles was den Kindern und Ihren Eltern den Aufenthalt erleichtert und im Budget der Uni nicht vorgesehen ist. Zum Beispiel  elektrische Pflegebetten, Spezialrollstühle, Kindersitze, Eltern-Klappbetten, Spiele, Spielzeug, Buggys, Überwachungsgeräte, Fernseher und DVD-Player in jedem Krankenzimmer, Dekorationen, elektrische Waagen, Möbel im Wartebereich, Laptops für Schulprojekt auch zum Einsatz auf der Station, eine Stationsküche usw.

All diese Aktionen dienten dem Zweck, Eltern eine zweite Heimat auf Zeit während der Behandlungsphase zu schaffen. Und das ist uns gelungen, wie viele Zuschriften von dankbaren Eltern beweisen. Geschehen konnte dies alles nur durch den unermüdlichen Einsatz unserer Spender. Allen Danke dafür….

Nun ein Schlenker, ein Bogen vom alten Elternhaus in der Joachimstraße zum neuen Familienhaus auf dem Venusbergcampus. Ganz einfach: Es gibt keine Kurve. Es gibt nur eine gerade Linie von Bonn zum Venusberg.

Ich glaube mehr als 40 Jahre gab es das Gespräch „die Kinderklinik zieht auf den Venusberg“. Keiner der vielen Vorgänger von Professor Holzgreve war fähig dieses Projekt umzusetzen. Dann hieß es plötzlich, es gibt einen Architektenwettbewerb, es gibt eine europaweite Ausschreibung, es erfolgt der erste Spatenstich, jetzt mussten wir uns beeilen, um nicht abgehängt zu werden.

Familienhaus-Geschäftsführer Jan Hennemann (links) bedankte sich bei allen Unterstützern des Projektes und hob besonders die Hilfsgruppe Eifel und das Kaller Möbelhaus Brucker hervor. Voll des Lobes über die Hilfe aus der Eifel waren auch Bonns Oberbürgermeisterin Katja Dörner und der stellvertretende NRW-Ministerpräsident und Familienminister Dr. Joachim Stamp. Foto: Reiner Züll

Familienhaus-Geschäftsführer Jan Hennemann (links) bedankte sich bei allen Unterstützern des Projektes und hob besonders die Hilfsgruppe Eifel und das Kaller Möbelhaus Brucker hervor. Voll des Lobes über die Hilfe aus der Eifel waren auch Bonns Oberbürgermeisterin Katja Dörner (Mitte) und der stellvertretende NRW-Ministerpräsident und Familienminister Dr. Joachim Stamp (vorne rechts). Foto: Reiner Züll

Wir fanden in Wolfgang Holzgreve einen begeisterten Befürworter unserer Pläne, aber wo finden wir auf dem Gelände des Universitätsklinikums ein Grundstück? Vor der Frauenklinik?, nein das passt nicht in den Masterplan, alte Gebäude zum Umbau?, war keines verfügbar. Dann die Lösung: Zwischen Dekanat und Frauenklinik gab es eine Fläche von zirka 2000 Quadratmetern. Hierauf konnte die Uni verzichten, Landtagsbeschluss, zähe Verhandlung mit dem Eigentümer, dem Land NRW, vertreten durch das BLB, Gespräch mit dem Finanzministerium. Wir brauchten das Grundstück in Erbpacht wegen der Finanzierung.

Dann endlich die Zusage aus Düsseldorf: Der Vertrag kann geschlossen werden. Dann der Schock:  Die Erbpacht sollte nicht der soziale Euro sein, sondern 12.500 Euro jährlich – ein herber Rückschlag. Da schenkt man dem Land einen Klinikanbau für 15 Jahre für drei Millionen D-Mark und erhält als Dank ein Erbpachtgrundstück für 650.000 Euro – 50Jahre mal 12.500 Euro.

Aber die Zeit drängte, der erste Bauabschnitt des neuen Eltern-Kind-Zentrums (ELKI) war begonnen worden und auch wir mussten mit dem Bau beginnen. Die Architekten des ELKI waren bereit auch unser Familienhaus zu planen, die Baugenehmigung kam spät aber sie kam noch rechtzeitig, so dass mit der Rodung des Grundstücks und der Sicherung der Baugrube begonnen werden konnte. Die ersten Probleme tauchten auf,- Kriegsmunition kontaminierte den Boden, der Aushub wurde gestoppt. Bis der Kampfmittelräumdienst das Grundstück wieder freigab vergingen ein paar Wochen, der Erdaushub musste von einem Feuerwerker beobachtet werden, jeden Tag, das verteuerte natürlich die Sache.

Das neue Familienhaus des Förderkreises Bonn e.V. auf dem Bonner Venusberg wurde am Sonntag seiner Bestimmung übergeben. In dem Haus werden auch Eltern aus dem Kreis Euskirchen wohnen, wen ihre Kinder in der Uni-Klinik behandelt weden müssen. Zur Ausstattung zählt auch ein großer Sportraum, der allerdings noch nicht ganz fertig ist. Foto: Reiner Züll

Aus 250.000 wurden fast 600.000 Euro, dann aber schoss der Rohbau in die Höhe. Es wurde ein Vollgeschosskeller geplant und gebaut. Aus 35 Zimmern wurden durch Umplanung der Freiräume und Flure 42 Zimmer. Corona stoppte die Lieferung von Materialien aus Italien und so weiter und so fort. Heute sind statt fünf Millionen Euro sieben Millionen verbaut worden. Eine Nachkreditierung durch KFW/Sparkasse war nicht möglich also wandte ich mich hilfesuchend an die Stiftung Deutsche Krebshilfe, die wieder einmal in die Bresche sprang und uns geholfen hat.

Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Herr Gert Nettekoven, sagte mir 500.000 Euro zu und wir erhielten zügig diese hilfreiche Finanzspritze als Zuschuss. Danke lieber Gert Nettekoven für diese wirklich notwendige Unterstützung.

 Und so möchte ich zum Schluss all denjenigen danken, die dieses Projekt großzügig unterstützt haben, hier an erster Stelle ist die Hilfsgruppe Eifel zu nennen mit Willi Greuel als Vorsitzendem. In den mehr als 20 Jahren unserer Freundschaft sammelte er über eine Million Euro für den Förderkreis. Die wurden in Teilen für die Möblierung der Zimmer und Räume des neuen Familienhauses verwandt zu Rabattpreisen des Möbelhauses Brucker. Danke, Danke

Ein Unternehmen was nicht genannt werden möchte spendete die gesamte Küche inklusive der Geräte, das Team Magenta erlief durch Spendenläufe mehr als 160.000 Euro für zwei Zimmer und einen Aufenthaltsraum. Lieben Dank an Arne (Pöppel)und Christa (Scheffler) , Herrn Moormann und der HofmannStiftung Danke für insgesamt 100.000 Euro.

Allen, die ich noch nicht genannt habe sei ein ausdrücklicher Dank gesagt. Sie sind nicht vergessen worden, sondern würden den Rahmen der Reden sprengen. Danke, Danke, Danke!!”