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23 Sep
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Die Hilfsgruppe Eifel zählt 358 Lebensretter

Vorsitzender Willi Greuel zog Bilanz – Allgemeine Krise schmälert das Spendenaufkommen – Oldie-Club  aus Roggendorf erreichte sein 30.000-Euro-Ziel – Skatfreunde spielten in Holzheim für den guten Zweck – Ein Wandertag im Freilichtmuseum (Bild oben) führte Aktivisten der Hilfsgruppe in die Eifeler Vergangenheit  

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Kall/Roggendorf – „Wir machen in diesem Jahr die 30.000 Euro voll“, hatte der Vorsitzende des Roggendorfer Renault-Oldie-Club-Eifel (ROCE), Jörn Hück, im Sommer vor dem 25. Renault-Oldtimer-Treffen am elterlichen Autohaus in Roggendorf angekündigt. Hücks Prognose ging auf, denn beim jüngsten Monatstreffen der Hilfsgruppe Eifel konnten Thomas und Kerstin Tampier eine Spende in Höhe von 2222,22 Euro vom Vorsitzenden des Oldie-Clubs entgegen nehmen. Mit dieser Spende (es war die 25. innerhalb von 27 Jahren) hatte der Club die Gesamt-Spendensumme auf über 31.000 Euro erhöht, wofür sich Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel bedankte.

Über 60 Renault-Oldtimer aus Deutschland und den Benelux-Ländern waren beim 25. Renault-Treffen vor dem Autohaus Hück zu bestaunen. Foto: Hilfsgruppe Eifel/Hück

Seit nunmehr 27 Jahren treffen sich Besitzer und Fans älterer Renault-Modelle im Sommer rund um das Roggendorfer Renault-Autohaus Hück zu ihrem jährlichen Oldtimer-Treffen. Das Treffen hat nicht nur bei den Liebhabern des französischen Herstellers Kult-Status erreicht, sondern es ist auch bei den Eifeler Oldtimer-Fans äußerst beliebt.

Alt und neu nebeneinander: Die beiden Renault Alpine waren beim Oldie-Treffen absolute Hingucker. Foto: Hilfsgruppe Eifel/Hück

Seit 27 Jahren kommt der Reinerlös dieses Treffens der Hilfsgruppe Eifel in Kall zugute, die seit ihrer Gründung vor 30 Jahren vom Autohaus Hück unterstützt wird. Das 25. Treffen der Besitzer und Freunde alter Renault-Schätzchen sollte eigentlich schon Jahr 2020 stattfinden, fiel aber dann der Corona-Pandemie zum Opfer. Ebenso das Treffen im  Jahr 2021.

Das 25. Renault-Oldtimertreffen in Roggendirf erbrachte einen Erlös von 2222,22 Euro für die Hilfsgruppe, den Jörn Hück (Mitte) an Thomas und Kerstin Tampier überreichte. Foto: Reiner Züll

In diesem Jahr konnte das 25. Jubiläum dann über die Bühne gehen. Es kamen über 60 Oldies aus ganz Deutschland und den Benelux-Ländern nach Roggendorf, wobei ein Renault 4 CV von 1954 das älteste Schätzchen war. Jörn Hück: „Vom R4 über R6, R8 und R16, war fast die komplette Renault-Oldtimer-Palette zu bestaunen“.  Zum traditionellen Programm gehörten auch eine mit 150 Preisen bestückte Tombola und ein reichhaltiges Angebot mit Kaffee und Kuchen. Nach der Spendenübergabe erinnerte Willi Greuel an das Jahrzehnte andauernde Engagement der Roggendorfer Oldtimer-Freunde, wenn es um die Unterstützung der Hilfsgruppe gehe.

Willi Greuel berichtete von weiteren Spenden. So habe in Holzheim ein Skat-Halbmarathon zugunsten der Hilfsgruppe stattgefunden, an dem 81 Skatfreunde aus der Eifel, dem Westerwald, aus Koblenz, Dortmund, Aachen, Köln und Belgien teilgenommen hätten. Greuel: „Das Turnier hat uns eine Spende von 1600 Euro beschert“. Der Abschlussjahrgang der Gesamtschule Mechernich habe 470 Euro gespendet, die Katholische Frauengemeinschaft Kommern 500 Euro. Beim Gedenk- und Helferfest der Gemeinde in Kall seien Spenden in Höhe von 1068 Euro zu verbuchen gewesen. Infolge der allgemeinen  wirtschaftlichen Krisenzeit sei das Spendenaufkommen allerdings rückläufig. Im August hätten einer Spendensumme von 9587,36 Euro Ausgaben in Höhe von 22.129,31 Euro gegenüber gestanden.

Ein Wandertag führte die Mitglieder der Hilfsgruppe Eifel in das Kommerner Freilchtmuseum, wo sie vieles über die Lebensweise der Eifeler Vorfahren erfuhren. Foto: Reiner Züll

Eine erfreuliche Mitteilung über weiterhin steigende Zahlen von Stammzellenspendern, so Greuel, sei von der Kölner Dependance der Deutschen Knochenmark Spenderdatei (DKMS) eingegangen. Von den 24.015 Personen, die bei Typisierungsaktionen der Hilfsgruppe im Kreis Euskirchen als potenzielle Spender registriert worden seien, hätten inzwischen 358 Personen weltweit Stammzellen für an Leukämie erkrankte Patienten gespendet und Leben gerettet.

Am Sonntag, 11. September, verbrachten Mitglieder der Hilfsgruppe einen, von Thomas und Kerstin Tampier organisierten Wandertag im Kommerner Freilichtmuseum. Von zwei fachkundigen Referenten des Museums geführt, bekamen die Teilnehmer viele Informationen über das Leben der Menschen in früheren Zeiten im Bergischen Land, der Eifel, dem Westerwald oder am Niederrhein.

Sie erfuhren, wie der Alltag der Rheinländerinnen und Rheinländer in den vergangenen 500 Jahren aussah. Sie lernen die fünf Baugruppen des Museums kennen, begegnen Menschen und Tieren und bekamen einen Eindruck vom Wohnen und Wirtschaften, aber auch von den einstigen Lebensbedingungen in der Region.

Die Hilfsgruppe bekam auch Einblick in die jüngere Vergangenheit. Am Marktplatz Rheinland, der die 1950er bis 1990er Jahre wieder lebendig werden lässt, wurden beispielsweise Erinnerungen an das Fertighaus aus dem Quelle-Katalog, an die ersten Bungalows und die Notrufsäule, auch „Eiserner Schutzmann“ genannt, wach. Besichtigen konnten die Teilnehmer auch die historische, derzeit aber geschlossene Gaststätte Watteler und eine kultige Eisdiele. Auch Reste eines alten  Luftschutzbunkers sowie Nissenhütten, die damals zahlreichen ausgebombten Familien als Unterkunft dienten, wurden in Augenschein genommen.

Rast vor der historischen Gaststätte Watteler: Mitglieder der Hilfsgruppe beim Wandertag im Freilichtmuseum Kommern. Foto: Reiner Züll

Natürlich stand auch ein Besuch des Biergartens neben der alten Gastwirtschaft zur Post auf dem Programm, wobei jeder Teilnehmer selbst zahlte. Spendengelder werden bei der Hilfsgruppe für derartige Anlässe nicht verwendet. Willi Greuel: „Wir nehmen den Begriff Ehrenamt noch ernst. Bei uns gibt es keine Aufwandentschädigungen,  keine Spesen und auch kein Spritgeld“.   (Reiner Züll)

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10 Sep
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„Danke, Ihr habt mein Leben verbessert“

Andy aus Ecuador hat sich nach zwölfjähriger Therapie in Aachen und Aschau bei der Hilfsgruppe bedankt – Bei der Geburt Arme und Beine verkrüppelt – Durch die Verpflanzung von Muskeln, Nervensträngen und Sehnen das Leid des Jungen vermindert – Langjährige Betreuung durch Christel Wenzel (Bild oben), die sich bei allen Unterstützern bedankt – Familie Castro ist wieder in ihre Heimat zurückgekehrt

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Kall/Riobama/Ecuador – Zwölf Jahre lang hat das Schicksal des schwer behinderten und inzwischen 16-jährigen Jungen  Andreas Castro aus Ecuador die Mitglieder der Hilfsgruppe bewegt. Über zwölf Jahre hinweg hat die Hilfsgruppe mit rund 100.000 Euro auch die zahlreichen Operationen und Therapien  des Jungen in Deutschland mit finanziert. Beim jüngsten Monatstreffen verlas Hilfsgruppen- Vorsitzender Willi Greuel einen rührenden Dankesbrief des Jungen, der mit seiner Mutter Paola nach mehrmaligen Behandlungen in Kliniken in Aachen und Aschau/Chiemgau jetzt wieder nach Ecuador zurückgekehrt ist.

In der Klinik für Kinderorthopädie in Aschau wurden bei dem Jungen aus Ecuador Fehlstellung an beiden Beinen durch Operationen beseitigt.

Im  Jahr 2009 wurde die Hilfsgruppe erstmals auf das Schicksal des damals dreijährigen Kindes aus Riobama aufmerksam, als der pensionierte Mediziner Ludwig Holstiege aus Bremen und die selbst gehandicapte Christa Wenzel aus Disternich,  die in der Zülpicher Innenstadt eine Reiki-Oase betreibt, Sponsoren für die Therapierung des kleinen Jungen suchte, der von Geburt an verkrüppelte Arme und Beine hatte. Christa Wenzel hatte mit dem im Aachener Franziskus-Hospital tätigen Chirurgen Dr. Michael Becker einen Operateur gefunden, der bereit war, den kleinen Andreas kostenlos zu behandeln

Dr. Becker war damals einer der wenigen Spezialisten, die die Kunst beherrschten, Sehnen, Muskeln und sogar Nervenstränge zu verpflanzen. Christel Wenzel war selbst nach einem schweren Unfall zur Verpflanzung von Muskeln und Sehnen von Dr. Michael Becker operiert worden. Sie hatte den Aachener Chirurgen kontaktiert und bei der Hilfsgruppe angeklopft, und um Unterstützung für Andy Castro gebeten. „Da zu helfen war für uns keine Frage“, so Hilfsgruppen-Chef Willi Greuel heute über den Erfolg der Aktion. .

Im Mai 2010 trafen sie in Kommern erstmals auf die Hilfsgruppe Eifel. Andy und Mutter Paola mit Dr. Ludwig Holstiege und Christa Wenzel.

Nach zahlreichen Operationen lernte Andy in Aachen und Aschau seine Hände zu gebrauchen.

Um Andreas zu therapieren, wurden mehrere Operationen durch Michael Becker erforderlich. Weil der Chirurg den Jungen kostenlos operierte, fielen nur Krankenhauskosten an. Doch auch die konnte die Familie von Andreas nicht aufbringen. In der Hoffnung, dass der Dreijährige seine Arme und Beine irgendwann mal normal bewegen könne, sagte die Hilfsgruppe die Absicherung der Finanzierung für die Operationen und Therapien zu, wobei klar abzusehen war, dass sich die Behandlung über Jahre hinweg ziehen werde. Auch Dr. Ludwig Holstiege setzte seine Spendenaufrufe in seiner Bremer Heimat erfolgreich fort.

In den Folgejahren hielt sich Andy, wie der Junge schon bald in der Eifel genannt wurde, mit seiner Mutter Paola mehrere Monate fernab von Vater Patricio und Bruder Donito in Deutschland auf. Mit der Hilfsgruppe traf er erstmals im Mai 2010 zusammen, als er mit seiner Mutter, Dr. Ludwig Holstiege und der selbst gehandicapten Christel Wenzel aus Disternich ein Fest in Kommern besuchte.

Andy war im Verlauf der Jahre mehrmals im Kaller Schuhhaus Esser zu Gast. Orthopädie-Schuhmachermeister Rolf Esser (links) machte dem kleinen Jungen die Spezialschuhe, die er wegen des Wachstumes öfters brauchte, kostenlos.

Trotz zahlrecher Operationen, die sich über Jahre hinweg in Aachen und Aschau hinzogen, erwies sich Andy immer als tapferer Patient. Ihm wurden in Aachen Muskeln aus den Beinen in die Arme verpflanzt, In Aschau wurden die Fehlstellungen der Beine durch mehrere Operationen korrigiert. „Es ist geschafft, er kann  gehen“, berichtete der „Kölner Stadt Anzeiger“ am 11. November 2011, nachdem Andy in der Kinder-Orthopädie in Aschau mit Hilfe eines Kinder-Rollator die ersten Schritte getan hatte.

Im Kinderrollator lernte Andy 2011 das Laufen. Danach erfolgten in zehn Jahren weitere Operationen.

Weil der Junge im Wachstum war, musste er in regelmäßigen Abständen neue Spezialschuhe bekommen. Hier konnte sich die Hilfsgruppe auf die Unterstützung des Kaller Orthopädie-Schuhmachermeisters Rolf Esser verlassen, der die Schuhe für Andy kostenlos herstellte. Dabei war genaues Messer erforderlich, weil der rechte Fuß von Andy ist größer ist als der linke.

Doch Andy hat in Deutschland nicht nur Laufen und den Gebrauch seiner Hände gelernt.  Schnell erlernten er und Mutter Paola die deutsche Sprache. Schon als Siebenjähriger beherrschte Andy auch das Eifeler Platt in Perfektion. Das hat er von Christa Wenzel gelernt, bei der er und seine Mutter zeitweise gewohnt haben, wenn nicht gerade Operationen in Aachen oder Aschau anstanden. Andys Lieblingswort auf Platt ist Bottermelchs-Bonnezupp  (Buttermilch-Bohnensuppe) oder auch die Klage „Ich han Koppeng“ (Ich habe Kopfschmerzen) beherrscht er in perfektem Eifeler Platt.

Zwölf Jahre lang hat Christa Wenzel alle Operationen und Therapien des Jungen in Aachen und Aschau begleitet un selbst viel Zeit und Geld investiert. In dieser Zeit entstand eine tiefe Freundschaft zwischen Christel Wenzel und der Familie in  Ecuador entstanden. Nach zahlreichen Operationen in Aachen und Aschau und der erfolgreichen letzten Behandlung am Chiemsee ist Andy jetzt endgültig in seine Heimat Ecuador zurückgekehrt. Von dort hat er sich bei Willi Greuel und der Hilfsgruppe für die langjährige Hilfe gedankt.

„Danke für dieses wunderbare Geschenk“ Nach seiner Rückkehr in die Heimat schickte Andy Castro eine rührende Botschaft an die Hilfsgruppe, in der er sich für die zwölf Jahre andauernde Unterstützung bedankt . Foto: Reiner Züll

Andy schreibt in guter deutscher Handschrift: „Lieber Willi, ich möchte dir und der Hilfsgruppe Eifel danken für die Möglichkeit die du mir gegeben hast, mein Leben zu verbessern. Vor 12 Jahren konnte ich sehr wenige Dinge tun und jetzt nach einem langen Weg mit vielen Höhen und Tiefen kann ich kurze Strecken gehen und mehr Dinge alleine erledigen. Ohne dich wäre das alles nicht möglich gewesen. Danke für dieses wunderbare Geschenk, das mein Leben verändert hat und das ich nie vergessen werde. Wir schließen vielleicht ein Kapitel ab und dies ist vielleicht mein letztes Mal in Deutschland, aber ich bin mir sicher, dass wir uns weidersehen werden. Jetzt kann  ich nur noch sagen, vielen Dank für die Hilfe, die ihr mir gegeben habt. Bis zum nächsten Mal Freund.

Liebe Grüße Andy und Familie aus Ecuador“.

Vom Bahnhof Prien am Chiemsee geht es ab nach Hause: Andy (im Rollstuhl) mit seinen Eltern Paola und Patricio Castro (rechts), dem Bruder Donito (2.v.l.), der Betreuerin Christel Wenzel (links) und deren Enkelkind (vorne links).

Bei der Hilfsgruppe Eifel ist die Freude groß, dass man dem Jungen aus Südamerika über diese lang Zeit habe helfen können. „Wir haben das der Familie vor zwölf Jahren versprochen, und wir haben unser Versprechen gehalten“, so Willi Greuel.

Er sei froh, dass die Familie nach meist  fünfmonatiger Trennung wieder in Ecuador zusammen sei, und durch die erfolgreiche Therapierung von Andy eine große Sorge weniger habe. Der jetzt 16-Jährige sei in seinem Heimatland ein erfolgreicher Schachspieler und Mutter Paola nutze ihre hier erlernte deutsche Sprache als Dolmetscherin. Greuel: „Erfolgreicher kann man eine Hilfsaktion nicht abschließen; da hat sich unser Engagement mehr als gelohnt“.

(Text: Reiner Züll/Fotos: Reiner. Züll, Christa Wenzel, Ludwig Holstiege)

Seit zwöf Jahren verbindet Andy Castro aus Ecuador und Christel Wenzel aus Disternich eine dicke Freundshaft .

Christa Wenzel schaut zurück auf 12 Jahre Hilfe für Andy

„Wir, die Urheber der Geschichte, Christa Wenzel und Ludwig Holstiege, lernten uns über den Handchirugen Dr. Michael Becker in Aachen kennen. Fortan beschlossen wir das Kind zur Therapie nach Deutschland zu holen, Dr. Becker hatte die Zusage gemacht Andy zu operieren. Ludwig Holstiege und ich waren hoch motiviert und machten uns auf den Weg, wir holten Hilfe. Ich kann Euch nicht sagen wie dankbar ich bin.

Mutter Paola ist überglücklich, dass Andy laufen gelernt hat.

Es war ein weiter Weg, es war und ist die schönste Lebensaufgabe überhaupt, für das, was dann geschah. Denn ein Kindertraum wurde nach all den Jahren wahr: Andy kann heute laufen, er kann seine Arme bewegen und er kann einen Computer betätigen. Er darf in eine glückliche Zukunft gehen. Mit Hilfe von uns allen ist das möglich und der Junge hat es geschafft.

Begleiteten Andy zwölf Jahre lang: Dr. Ludwig Holstiege und Christa Wenzel.

Ich sage allen Sponsoren und Spendern von ganzem Herzen Dankeschön. Ohne Euch wäre es nicht möglich gewesen. Ich danke ganz besonders Willi Greuel mit der wunderbaren Hilfsgruppe Eifel. Sie eröffneten das Spendenkonto und übernahmen einen sehr großen Teil der Therapie-Kosten. Ich danke all Euch wunderbaren Menschen, denn ein Netzwerk an Spendern hat diesen Traum wahr werden lassen. Ein ganz besonderer Dank an unseren Dr. Becker und sein Team nach Aachen, ebenfalls an die Orthopädische Kinderklinik Aschau, an die Ärzte und Therapeuten.  Ein ganz großes Dankeschön an meinen Mann, meine Familie und und an meine FreundeFreunde. Ihr habt Andy und mich super unterstützt. Abschließend sage ich: Gemeinsam sind wir ein perfektes Team“.

Herzliche Grüße, Eure Christa Wenzel

Am Abschluss einer zwölfjährigen erfolgreichen Mission: Andreas Castro mit Mutter Paola (rechts) und Christa Wenzel.

 

 

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02 Sep
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Flüchtlingshilfe aus der Eifel

Karwan Mohammed aus Euskirchen und die Hilfsgruppe Eifel haben in yechs Jahren 110 Tonnen Hilfsgüter in den Nordirak gebracht – Per Flugzeug zwei Herzklappen für schwer kranke Kinder im Spezialkoffer nach Erbil geschafft – Einladung vom Gesundheitsminister Dr. Rekawt Hamarashid (Bild oben) – Unterstützung für 1300 Kinder in den Flüchtlingslagern  von Erbil und Mossul -Ganzen  Sattelschlepper mit 57.000 Flaschen Trinkwasser geordert

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Im riesigen Lager in Mossul warten nach dem Terror des islamischen Staates tausende von Flüchtlingen auf Hilfe.

Kall/Erbil –  Es ist mir eine Ehre, ein Teil der Hilfsgruppe Eifel zu sein“, sagt Karwan Mohammed aus Euskirchen, der sich seit nunmehr elf Jahren in der Kaller Krebshilfe engagiert. In den letzten sechs Jahren hat der aus dem Nordirak stammende Geschäftsführer einer Friseursalon-Kette zehn Hilfstransporte in die Flüchtlingslager der kurdische Region Erbil organisiert. Mehrere dieser Transporte hat er mit Mitgliedern der Hilfsgruppe persönlich begleitet.

„Wären alle Menschen wie wir, gäbe es keine Kriege“: Karwan Mohammed, hier in seinem Friseursalon in Kall, dokumentiert alle Hilfstransporte und weiß genau, wo welche gespendeten Güter aus der Eifel abgeliefert worden sind.

„Wären alle Menschen wie wir, gäbe es keine Kriege”, ist eine Aussage, die man immer wieder von Karwan Mohammed hört der unter anderem auch den Friseursalon am Rewe-Center in Kall betreibt, und der in der Stadt Euskirchen sachkundiger Bürger im Ausschuss für Generationen und Soziales ist. In seiner kurdischen Heimat seien seit 2011 die Lager in der autonomen Zone um Erbil, Mossul, Dohuk und Sulaimaniya von Flüchtlingen aus dem Bürgerkriegsland Syrien und dem Irak, die vor dem Terror des islamischen Staates geflüchtet seien, seit Jahren hoffnungslos überfüllt.

Während in den Krankenhäusern und Pflegeheimen in der Region Erbil medizinische Einrichtungen und Möbel gefragt sind, geht es in den Flüchtlingslagern, wie hier in Erbil, mehr um die Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln.

Dort herrschten unhaltbare Zustände, die die Hilfe anderer Menschen erfordere. In einer Stadt mit 32.000 Einwohnern lebten 25.000 Flüchtlinge in Lagern. In der Region seien schlecht ausgestattete Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime völlig überlastet, berichtet Mohammed. In den Krankenhäusern fehle es am Nötigsten.

„Gott hat uns geholfen, jetzt helfen wir anderen“, ist das Credo von Karwan Mohammed, der 2011 seinen ersten Friseursalon in Euskirchen hatte und die Hilfsgruppe Eifel um Hilfe für seine Familie bat. Bei seinem im Nordirak lebenden Bruder war damals ein Tumor im Gehirn festgestellt worden, der in einer Düsseldorfer Spezialklinik behandelt werden sollte.

Um die Hilfstransporte zu koordinieren, waren jüngst auch zwei Vertreter (links) der kurdischen Hilfsorganisation „Barzani Charity Foundation“ (BCF) in Roggendorf bei der Hilfsgruppe zu Gast.

Die Hilfsgruppe kümmerte sich darum, dass Karwans Bruder nach Deutschland geholt werden konnte. Zudem – und das war eine Voraussetzung für die Einreise und die Therapierung – sicherte der Kaller Verein die Finanzierung der Tumor-Behandlung in Düsseldorf ab. Die Operation und die Nachsorge bei Karwans Bruder, der danach in Deutschland bleiben durfte und eine Ausbildung als Friseur abgeschlossen hat, verliefen erfolgreich. Inzwischen hat der junge Mann mit seiner Lebensgefährtin in Schleiden einen eigenen Salon eröffnet.

Karwan selbst hat neben den Salons in Euskirchen und Kall weitere zwei in Mechernich und Zülpich eröffnet. Bei all seinem Glück hat der sozial engagierte Geschäftsführer seine Landleute, denen es im Nordirak nicht so gut geht, nicht vergessen. Vor allem nicht die Zigtausende Flüchtlinge. Um denen zu helfen, hat Mohammed, einer von zehn Kindern der Familie, in den letzten Jahren viel Zeit und noch mehr Geld investiert, denn er kennt die Not vor Ort bestens. Regelmäßig besucht er dort seine kranke Mutter und seinen fast 80-jähriger Vater.

Auf dem Gelände der Firma Schilles stehen Übersee-Container parat. In der die eingesammelten Hilfsgüter bis zum Abtransport in den Nordirak deponiert werden.

Neben der Hilfsgruppe Eifel findet Mohammed für seine Hilfe in der Region Erbil weitere große Unterstützung von den Brüdern Hubert und Peter Schilles in Floisdorf. Sie haben auf ihrem Firmengelände einige ihrer Übersee-Container zur Verfügung gestellt, in denen die Hilfsgüter gesammelt werden, bevor diese mit Unterstützung der Hilfsgruppe Eifel in die Region Erbil transportiert werden.

Nach einem erneuten 15-Tonnen-Hilfstransport im Jahr 2019 bedankt sich Gesundheitsminister Dr. Rekawt Hamarashid persönlich bei Klemens Hellenthal (Mitte) und Karwan Mohammed von der Hilfsgruppe Eifel.

Die Hilfe vor Ort sei auch geeignet, damit die Flüchtlinge nicht weiter in Richtung Europa reisen, weiß Karwan Mohammed. Es gebe viele Möglichkeiten der Hilfe vor Ort, wenn man die Hilfsgüter wie Lebensmittel dort im Lande kaufe, weil sie dort billiger seien. So sei er zweimal mit Thomas Tampier und Clemens Hellenthal von der Hilfsgruppe und Geld des Kaller Vereins nach Erbil und Mossul gereist. Von dort aus sei man zum Einkauf losgefahren und habe für relativ wenig Geld einen ganzen Sattelzug mit 57.000 Flaschen Wasser sowie einen Lkw voll mit Milch, Kinderwindeln, Schultafeln, Lehrmaterialien und Spielzeug günstig geordert und in die Flüchtlingslager gebracht. 1300 Kinder habe man dort unterstützt.

Die Bilanz der von der Hilfsgruppe Eifel unterstützten Flüchtlingshilfe von Karwan Mohammed kann sich sehen lassen. In sechs Jahren hat er zehn Lkw-Transporte mit 107 Tonnen Hilfsgüter in die Region Erbil organisiert, wo die Hilfsgruppe und Karwan Mohammed mit der kurdischen Hilfsorganisation „Barzani Charity Foundation“ (BCF) zusammenarbeiten.

Um die Flüchtlinge im Lager Mossul mit Trinkwasser zu versorgen, hatten die Vertreter der Hilfsgruppe einen ganzen Sattelschlepper mit 57.000 Flaschen Wasser geordert, die Klemens Hellenthal und Karwan Mohammed vor Ort verteilten.

Auch mit dem Gesundheitsministerium seiner Heimat steht Mohammed in ständiger Verbindung. Unzählige gut erhaltene Krankenhausbetten , Einrichtungen für Altenpflegeheime, medizinische Geräte und über 1500 Rollstühle und Rollatoren, die besonders dringend benötigt werden, sind in den sechs Jahren aus der Eifel nach Erbil gebracht worden.

In einem Kommerner Altenpflegeheim laden die fleißigen Flüchtlingshelfer gut erhaltenes Mobiliar ein, das mit einem späteren Hilfstransport in die Flüchtlingslager nach Erbil gebracht werden.

Unterstützung durch gut erhaltene Kranken- und Pflegematerialien bekomme er von Krankenhäusern und Altenpflegeheime aus der Region und auch von außerhalb des Kreises Euskirchen. Beim jüngsten Transport seien 15 Tonnen Krankenhausbetten, elektrische Krankenstühle, 120 Rollstühle und wichtige medizinisches Geräte für eine Klinik für leukämiekranke Kinder nach Erbil gebracht worden. „Die Leute sind dort sehr dankbar“, berichtet Karwan Mohammed.

Hilfsgruppen-Aktivist Thomas Tampier (2.v.l.) mit Kindern im Flüchtlingslager in Mossul.

Bei den Hilfstransporten in die kurdischen Flüchtlingsgebiete wurden Karwan Mohammed  und die Mitglieder der Hilfsgruppe stets vom Gesundheitsminister Dr. Rekawt Hamarashid empfangen.  Und auch der  Bürgermeister von Erbil ist der Hilfsgruppe Eifel überaus dankbar. In Schulen, Krankenhäusern und Pflegeheimen in der Region Erbil ist das Logo der Hilfsgruppe inzwischen allgegenwärtig.

Einen ganz wichtigen Hilfstransport erledigte der Euskirchener Geschäftsmann im Oktober 2019, als es darum ging, zwei schwer herzkranken Kindern im Nordirak das Leben zu retten. Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel: „Wir haben in Münster spontan für die Kinder  neue Herzklappen gekauft“. Diese habe Karwan selbst und auf eigene Kosten in einem Spezialkoffer mit dem Flugzeug nach Erbil gebracht, wo die Kinder von zwei Herzchirurgen der Bonner Kinderklinik  erfolgreich operiert worden seien.

Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel (2.v.l.) am Donnerstag beim Monatsstammtisch mit den wackeren Flüchtlingshelfern Thomas Tampier (links), Karwan Mohammed (2.v.r.) und Klemens Hellenthal, die in den letzten Jahren 110 Tonnen Hilfsgüter in die Flüchtlingsgebiete in den Regionen Erbil und Mossul im Nordirak gebracht haben.

„Ohne die von uns gespendeten Herzklappen hätten die Kinder keine Chance auf Überleben gehabt. Schön, dass wir ihnen helfen konnten“, so Willi Greuel.

Bis in die tiefe Nacht hinein montierten die Flüchtlingshelfer aus der Eifel neue Tafeln in der Schule von Erbil. Foto: Hilfsgruppe Eifel


Betten für eine Klinik in der in Erbil leukämiekranke Kinder behandelt werden.

(Text: Reiner Züll – Fotos: Karwan Mohammed/Reiner Züll))

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16 Aug
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Mit Zollstöcken Gutes getan

Thomas Albers: „Ich bin vielleicht etwas verrückt in diesen Dingen“ – Eine Sonderedition der Maßstab*Diamant GmbH aus Ostwestfalen erzielte bisher schon 22.000 Euro für die  Kaller Hilfsgruppe Eifel – 3000-Euro-Hilfe auch von der Firma Vogelsberg aus Vussem- Den „Maßstab der Demokratie“ vorgestellt

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 Kall/Vussem/Löhne – Zollstöcke sind sein Ding, und wenn es darum geht, mit Hilfe seiner Produkte Gutes zu tun, ist Thomas Albers, Geschäftsführer der Diamant GmbH aus Löhne in Ostwestfalen-Lippe (OWL), in seinem sozialen Element. „Ich bin vielleicht etwas verrückt in diesen Dingen“, gestand Albers jetzt in Vussem, wo er mit dem Unternehmer Theo Vogelsberg und dem Vorsitzenden der Hilfsgruppe, Willi Greuel, zusammentraf. . Für die Hilfsgruppe hatte Albers letztes unter dem Motto „Solidarität OWL“ eine Aktion gestartet, um Flutopfer in der Eifel zu unterstützen.

Die Vussemer Innenausbau-Firma Theo Vogelsberg unterstützt die Zollstockaktion zugunsten der Hilfsgruppe Eifel mit 3000 Euro. Auf 500 Maßstäben ist das Firmenlogo platziert. Foto: Reiner Züll

Der jetzige Besuch von Albers in der Eifel hatte einen besonderen Grund, denn Albers ist seit vielen Jahren ein großer Unterstützer der Hilfsgruppe Eifel. Letztes Jahr hatte er für den Kaller Verein im Zuge der Aktion „Solidarität OWL“ eine Sonderedition von Zollstöcken im Hilfsgruppen-Design produziert, auf denen Unternehmen gegen die Entrichtung einer Spende ihre Werbung platzieren konnten. Albers: „Ich wollte damit die Arbeit der Hilfsgruppe unterstützen, die gerade nach der Flutkatastrophe große Summen Soforthilfen an betroffene Flutopfer gezahlt hat“.

Präsentierten in Vussem die Benefiz-Zollstöcke. Von links: Theo Vogelsberg, Willi und Kathi Greuel, Geschäfsführer Thomas Albers. Foto: Reiner Züll

Seine Zollstöcke sind das Maß aller Dinge: Thomas Albers ist Geschäftsführer der Maßstab Diamant GmbH in Löhne.  Foto: Reiner Züll

Die Zollstock-Sonderedition „Solidarität OWL“ zugunsten der Hilfsgruppe bot  Unternehmern mehrere Möglichkeiten der Werbung, wobei bis jetzt zwei Serien mit jeweils 500 exklusiven Zollstöcken produziert worden sind. Die erste Serie beinhaltet vier Firmenlogos, für die jede Firma einen Betrag von 3000 Euro an die Hilfsgruppe spendet. Die zweite Serie ist mit acht Firmenlogs bedruckt, wobei die teilnehmenden Unternehmen jeweils 1500 Euro spenden. Alle Zollstöcke sind natürlich auch mit dem Logo der Hilfsgruppe bedruckt.

Auch Unternehmer Theo Vogelsberg, Geschäftsführer der  Innenausbau OHG in Vussem, hat sich an der Aktion mit 3000 Euro beteiligt. Er habe in der Zeitung von Albers Idee gelesen und sofort Verbindung mit ihm aufgenommen, zumal der Erlös der ganzen Sonderedition der Hilfsgruppe zugutekomme. Der wisse man, dass das Spendengeld dort ankomme, wo es gebraucht werde. Vogelsberg: „Da gibt man gerne“.

Auf 500 Zollstöcken der großen Edition ist neben dem Logo der Hilfsgruppe der Schriftzug „Vogelsberg Innenausbau“ zu lesen. Wie Firmenchef Theo Vogelsberg berichtete, sind Zollstöcke auch im  heutigen Zeitalter der Laser-Messgeräte in der Schreinerei und im Innenausbau unverzichtbar. „Sie sind noch immer das Maß aller Dinge, wenn es um Genauigkeit geht“, so der Unternehmer.

Albers war auch nach Vussem gekommen, um mit Willi Greuel die Bilanz über den derzeitigen Stand der Zollstock-Aktion bekannt zu geben. Alle bisherigen Werbeinnahmen seien der Hilfsgruppe zugekommen und auch die bisher 1000 produzierten Hilfsgruppen- Zollstöcke seien dem Kaller Verein, der die Maßstäbe bei seinen Veranstaltungen gegen Spenden anbietet, kostenlos überlassen worden. „Denn viel Kleines ergibt Großes“, so das Credo von Thoma Albers.

Wie Willi Greuel berichtete, sind bisher 19.800 Euro an Werbegelder zusammengekommen. Weitere 2500 Euro Spendengelder durch die Abgabe der Zweimeter-Stäbe hätten diese Summe auf mehr alle 22.000 Euro anwachsen lassen. Wie Thomas Albers ergänzte, sei sein Ziel, die 25.000 Euro-Marke zu knacken.

Maßstab der Demokratie

Bei seinem Besuch in Vussem präsentierte Zollstock-Produzent Thomas Albers (links) den „Maßstab der Demokratie“, der künftig auch in Vussem im Büro von Theo Vogelsberg (rechts) einen Platz haben wird. Foto. Reiner Züll

In Vussem präsentierte Thomas Albers eine weitere Zollstock Sonderedition für eine Initiative zur politischen Bewusstseinsbildung. Hier unterstützt Albers Unternehmen den Verein  „democreate e.V.“ mit einem „Maßstab der Demokratie“, dessen Auflage auf 100 Exemplare limitiert ist. Der unter Glas positionierte Zollstock und das mit der Unterschrift des Designers Michael Buttgereit versehene Zertifikat tragen mit dem roten Schriftzug 23. Mai 2049 ein weit in die Zukunft reichendes Datum, an dem die Demokratie in Deutschland 100 Jahre alt wird.

Wie Albers berichtet, werden diese 100 Exemplare zum Preis von 250 Euro verkauft. Gern unterstütze er diese Aktion mit seinem Maßstäben, denn, so Albers: „Augenmaß und maßvoll sein, sind Begriffe, die mit der Demokratie unbedingt zusammenhängen, und heute wichtiger denn je sind“. Unternehmer Theo Vogelsberg wird auch diese Aktion unterstützen. Er kündigte an, dass der „Maßstab der Demokratie“ demnächst in seinem Büro einen Platz haben werde.  (Reiner Züll)

 

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02 Aug
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Unterstützung aus Mexiko

187 Läufer, Wanderer, Walker und Radler beim ersten Mutperlen-Spendenlauf für krebskranke Kinder – Erlös von über 12.000 Euro an die Hilfsgruppe Eifel übergeben – Der Kindergarten „Grünschnabel“ in Kall spendete den Erlös einer Kunstaktion in Höhe von 727,70 Euro

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 Kall/Eicks – Es war bereits der zweite virtuelle Spendenlauf, den das Mutter-Tochter-Gespann Carmen und Annika Karwanska aus Eicks zugunsten der Kaller Hilfsgruppe Eifel veranstaltet haben. In beiden Fällen unterstützt der Kaller Verein damit Projekte des Bonner Förderkreises für krebskranke Kinder und Jugendliche.

Nach dem ersten Spendenlauf vor zwei Jahren konnten Carmen und Annika Karwanska der Hilfsgruppe einen Erlös von über 17.000 Euro übergeben. Diesen verwendete die Hilfsgruppe für die Finanzierung der Einrichtung von 43 Elternzimmern im neuen Familienhaus des Förderkreises am neuen Eltern-Kind-Zentrum der Bonner Uni-Klinik. Rund 150.000 Euro hat die Kaller Kinderkrebshilfe inzwischen in die Komplett-Einrichtung der Elternzimmer investiert.

Aus Mexiko schickte die 46-jährige Walkerin Elvira Mikhalkina den Beweis ihrer Teilnahme am Spendenlauf. Repro: Reiner Züll

Der jetzige virtuelle Mutperlen-Spendenlauf vom 17. bis 19. Juni diente der Unterstützung eines Mutperlen-Projektes auf der Kinderkrebsstation der Uni-Klinik, wo Annika Karwanska vor 17 Jahren selbst als Leukämie-Patientin erfolgreich behandelt  wurde.  Als  ehemals Betroffene war es der 21-Jährigen und Ihrer Mutter ein großes Anliegen, auf die Wichtigkeit des Mutperlen-Projektes aufmerksam zu machen.

Der von Carmen und Annika Karwanska organisierte virtuelle Mutperlen-Soendenlauf erbrachte einen Erlös von 12.027 Euro, den Carmen und Horst Karwanska in Eicks an den Hilfsgruppen-Vorsitzenden Willi Greuel übergaben. Foto: Reiner Züll

„Die Mutperlen sind uns ein Herzensprojekt, welches nicht an fehlendem Geld scheitern darf“, so Annikas Mutter Carmen Karwanska. Deshalb suchte die Eickser Familie auch Sponsoren, die den Mutperlen-Lauf unterstützten. Die Suche blieb  nicht erfolglos, denn kürzlich konnten Carmen Karwanska und deren Ehemann Horst erneut einen stolzen Spendenbetrag von 12.027,00 Euro überreichen, der nach Deckung aller Kosten übrig geblieben war.

Mutperlen sollen den krebskranken Kindern während ihrer strapaziösen Behandlung in der Klinik Mut machen. Denn wie Annika damals selbst erfahren mussten, ist die Therapie einer Krebserkrankung für die Kinder und Jugendlichen, sehr langwierig, sehr schmerzhaft, traumatisch und belastend. Carmen Karwanska: „Oft verlieren die Kinder die Geduld oder unterziehen sich notwendigen Behandlungen nur ungern“.

Die besagten Mutperlen sind da ein bewährtes Belohnungssystem während der gesamten Behandlungszeit. Die kleinen Patienten bekommen für jede Behandlung eine spezielle Perle, die diese spezielle Untersuchung symbolisiert. Die Kinder fädeln die Perlen auf eine lange Schnur. Je nach Dauer der Behandlung kann die Perlenschnur eine Länge von mehreren Metern erreichen.

Nach dem großen Erfolg vor zwei Jahren organisierten Annika und Carmen Karwanska jetzt einen zweiten virtuellen Spendenlauf, an dem  Jogger, Wanderer, Walker und erstmals auch Radfahrer teilnehmen konnten, wobei jeder Teilnehmer von einem beliebigen Ort aus starten konnte.

Der virtuelle Lauf wurde über das Internetportal www.tafftiming.de  abgewickelt und dokumentiert. Bis zum Laufende am 19. Juni um 18 Uhr mussten Zeit und Startnummer über den bei der Anmeldung zur Verfügung gestellten Link eingetragen werden. Zusätzlich mussten die Teilnehmer dort Fotos ihrer Aktivität hinterlegen.

Am Lauf nahmen insgesamt nahmen 187 Personen im Alter zwischen neun und 75 Jahren teil, die es auf eine Gesamtleistung von 2510,4 Kilometer brachten. Die 46jährige Elvira Mikkalkina aus Bad Schandau in der sächsischen Schweiz walkte für die Aktion über zehn Kilometer im fernen Mexiko.

Mit einer Dankesbotschaft haben sich Carmen und Annika Karwanska bei allen Teilnehmern und Sponsoren des Mutperlen-Laufes bedankt. Foto: Reiner Züll

Im Vorfeld des Mutperlen-Laufes hatte die Offene Ganztagsschule Kommern die Aktion von Annika und Carmen Karwanska mit einem eigenen Schul-Spendenlauf unterstützt und dabei durch die Hilfe von Sponsoren einen Erlös von 1000 Euro für das Mutperlen-Projekt erzielt.

Der Vorsitzende der Hilfsgruppe, Willi Greuel, war überwältigt vom  erneut so hohen Ergebnis des Spendenlaufes. Er versicherte, dass die Hilfsgruppe auch weiterhin den Bonner Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche unterstütze. Das Mutperlen-Projekt gebe der erkrankten Kindern und deren besorgten Eltern sei ein Stück Hoffnung und Zuversicht auf eine erfolgreiche Therapierung, wie sie auch Annika Karwanska damals erfahren habe. Greuel: „Die Mutperlen sollen allen Betroffenen Mut machen“.

Große Unterstützung von Sponsoren

 „Ohne die Unterstützung von Sponsoren wäre ein solch stolzer Spendenbetrag nicht zustande gekommen“, bedanken sich Carmen und Annika Karwanska bei den vielen Unterstützern des ersten Mutperlen-Spendenlaufes. Es gab große und kleinere Beträge von Sponsoren.

Mit einem stolzen Ergebnis von 10000 Euro aus einem eigenen Spendenlauf unterstützte die Offenen Ganztagsschule Kommern die Aktion und erhöhte damit die Gesamtspendensumme auf 13.027 Euro. Einen Betrag 5000 Euro steuerte die Zahnarztpraxis Jörg Groskopf aus Bonn bei. Die Volksbank Euskirchen zahlte 2000 Euro in den Sponsorentopf, 1000 Euro gab Unterstützer Guenther Pietsch. Mit je 500 Euro sponserten die VR-Bank Nordeifel, die Kultur- und Sportstiftung der Kreissparkasse Euskirchen und das Biomedizin-Unternehmen Miltenyi Biotec aus Bergisch Gladbach den virtuellen Spendenlauf.

 727,70 Euro vom Kaller Kindergarten Grünschnabel

Über eine weitere Spende von 727,70 Euro vom Kindergarten „Grünschnabel“ in Kall konnte sich die Hilfsgruppe freuen. Die Erzieherinnen Valentina Rehl und Lea Zahn übergaben die Spende kürzlich im Familienzentrum an den Vorsitzenden der Kaller Kinderkrebshilfe, Willi Greuel. Um die Hilfsgruppe Eifel zu unterstützen, hatten die Kinder  aus der Gruppe „Orange“ in Gruppenarbeiten Kunstwerke erstellt. Innerhalb der Kunstaktion hatte sich Iris Hilgers kostenlos als Fotografin zur Verfügung gestellt, um kunstvolle Fotos von den Kindern zu machen.

Die Erzieherinnen Valentina Rehl (links) und Lea Zahn überreichten im Familienzentrum „Grünschnabel“ die Spende an den Hilfsgruppen-Vorsitzenden Willi Greuel.

In einer Ausstellung am 22. Juni wurden die Kunstwerke  den Eltern und Familienangehörigen präsentiert. Die Fotos der Kinder konnten zu einem festen Preis erworben werden, während die von den Kindern angefertigten Kunstwerke versteigert wurden.

Zudem wurden während der Ausstellung Snacks und Getränke angeboten. Die Aktion erbrachte den stolzen Erlös 727,70 Euro, der jetzt an die Hilfsgruppe Eifel überreicht wurde und für die sich Willi Greuel herzlich bedankte.

Mit der Spende aus der Kunstaktion revanchierte sich das Familienzentrum bei der Hilfsgruppe, die dem Kindergarten im vergangenen Jahr durch eine Hilfe von rund 5000 Euro die Anschaffung eines sechssitzigen Krippenwagens und eines Gartenhauses als dazugehörige Garage ermöglicht hatte. (Reiner Züll)

 

 

 

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27 Jul
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Die Gemeinde Kall mit Rat und Tat unterstützt

Die Hilfsgruppe Eifel brachte ihre Erfahrungen in die Planungen des zweitägigen Flut-Gedenkens ein – Bürgermeister Hermann-Josef Esser: „Ohne diese Hilfe wäre die Veranstaltung nicht möglich gewesen“ – Willi Greuel: „Kaller Flutopfern mit 122.000 Euro geholfen“ – „Ein Jahr danach“ – Den Rettern und Helfern gedankt

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Der evangelische Pfarrer Christoph Ude (links) und der katholische Amtskollege Hajo Hellwig zelebrierten den Gottesdienst anlässlich der Gedenkfeier zum Jahrestag der Flutkatastrophe in Kall. Foto: Reiner Züll

Kall – Mit einer zweitägigen Doppelveranstaltung gedachte die Gemeinde Kall den Opfern der  verhängnisvollen Flut, die vor einem Jahr über die Gemeinde Kall hereingebrochen war. Drei Gemeindebürger ertranken in dem schlimmen Hochwasser, viele Menschen verloren ihr gesamtes Hab und Gut. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Ein Jahr danach – Gedenken und Danken“ . Am 15. Juli, dem ersten Jahrestag der Katastrophe, gedachte die Gemeinde der Opfer der Flut, während der zweite Tag im Zeichen des Dankes an die vielen Retter und Helfer stand.

Mitglieder der Hilfsgruppe Eifel übernahmen zwei Tage lang den Bonverkauf für die Gemeinde Kall. Foto: Reiner Züll

Auch die Hilfsgruppe Eifel trug einen wichtigen Teil dazu bei, dass die zweitätige Veranstaltung auf dem Bahnhofsvorplatz in der Ortsmitte ein großer Erfolg wurde. Bei den mehrmonatigen Planungen du  Vorbereitungen der Doppelveranstaltung hatten die Hilfsgruppen-Mitglieder Ralf Heistert, Reiner Züll und Paul Schneider, der das Musikprogramm zum Helferfest organisiert hatte, der Gemeinde mit Rat und Tat zur Seite gestanden.

Willi Greuel berichtete, dass die Hilfsgruppe von der Flut betroffene Familien in der Gemeinde Kall mit 122.000 Euro Soforthilfe unterstützt hat. Bürgermeister Hermann-Josef Esser dankte der Hilfsgruppe für die Unterstützung beim Gedenk- und Helferfest. Foto: Reiner Züll

Und auch an beiden Tagen des Gedenkens und Dankens war die Hilfsgruppe präsent, um die Gemeinde zu unterstützen. Sie packte beim Umbau des Platzes mit an und übernahm unter anderem für die Gemeinde den Verkauf der Verzehrbons an zwei Ausgabestellen.

Dafür bedankte sich Bürgermeister Hermann-Josef Eser in seiner Gedenkrede: „Ohne die Unterstützung der Hilfsgruppe Eifel wäre die Veranstaltung für die Gemeinde nicht möglich geworden“, sagte der Bürgermeister, der das Orga-Team bei der Festvorbereitung geleitet hatte.

Die Gedenkrede von Bürgermeister Hermann-Josef Esser verfolgten unter anderem auch der Bundestagsabgeordnete Detlef Seif, die Landtagsabgeordneten Klaus Voußem und Dr. Ralf Nolten sowie der Landrat Markus Ramers. Auch Angehörige der drei Kaller Mitbürger, die in der Flut ihr Leben ließen, waren bei der Gedenkfeier anwesend.  Ihre schlimmen und dramatischen Erlebnisse in der Flutnacht schilderten Annika Boden, die im Haus der Lebenshilfe wohnt, und Wolfgang Glasmacher, dessen Haus in der Uferstraße, in direkter Nähe des Urftbaches  liegt, und das durch die reißenden Wassermassen unbewohnbar wurde.

Bürgermeister Hermann-Josef Esser („Wir müssen uns auf andere Zeiten einstellen“) , der katholische Pfarrer Hajo Hellwig („Kall ist nicht mehr so wie es war“), der evangelische Amtsbruder Christoph Ude („Wir dürfen nicht weiter den Ast absägen, auf dem wir sitzen“) und auch Landrat Markus Ramers erinnerten an die Verletzlichkeit der Natur, die vor einem Jahr auf katastrophale Art und Weise sichtbar geworden  sei.

Bei der Gedenkfeier zum Jahrestag der Flutkatastrophe in Kall musizierten Stephan und Maria Brings (links). Am Ende griff auch Uwe Reetz in die Gitarren-Saiten. Foto: Reiner Züll

Den musikalischen Abschluss der Gedenkfeier gestaltete der Sänger Stephan Brings mit seiner Schwester Maria. Die beiden bekamen Unterstützung von Reiner Peters an der Gitarre und dem Intendanten des Eifeler Musikfestes, Erik Arndt am Akkordeon. Und schließlich griff auch Uwe Reetz noch mit Stephan Brings in die Gitarren-Saiten.

Bürgermeister Hermann-Josef Esser: „Ohne die Hilfsgruppe wäre diese Veranstaltung nicht möglich gewesen“. Foto: Reiner Züll

„Ein Jahr danach – Kall sagt Danke!“: Auch am zweiten Tag des Gedenk- und Dankesfestes war der Bahnhofsvorplatz voll von Menschen. Sie waren begeistert vom Musikprogramm, das die Hilfsgruppe Eifel organisiert hatte.  Foto: Reiner Züll

Dem Freitag, dem Tag des Gedenkens an die Opfer der Flutkatastrophe vor einem Jahr, folgte samstags das Helferfest, bei dem sich die Gemeinde Kall bei allen Rettern und Helfern, die während und auch viele Tage nach der Flut Unmenschliches geleistet haben, bedankte. So stand an diesem Tag das Feiern mit den Helden im Mittelpunkt, wobei auch die von den Corona-Folgen und den Flutgeschehnissen betroffenen Kinder nicht zu kurz kamen.

Dafür hatte Anna Pauly, Inhaberin des Rewe-Centers,  auf einem abgesperrten Teil des Kundenparkplatzes ein großes Angebot für die kleinen Festbesucher organisiert. Schon am Vortag hatte Bürgermeister Hermann-Josef Esser in seiner Dankesrede darauf hingewiesen, das am Nachmittag des Helferfestes der Fokus auf den Kleinsten liege, die schon seit zwei Jahren unter der Corona-Pandemie leiden und seit dem letzten Jahr auch noch von den Folgen der Flut betroffen seien.

Die Kids nahmen das Spielangebot auf dem Rewe-Parkplatz dankend an. Eine Hüpfburg war ständig von begeisterten Kindern belagert. An einer Torwand konnten die Kids ihre fußballerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen, während ein Luftballon-Zauberkünstler nicht nur die Kinder mit seiner  atemberaubenden Fingerfertigkeit verblüffte.

Für das Geschehen auf dem mit Besuchern gefüllten Bahnhofsvorplatz hatte die Hilfsgruppe Eifel ein ansprechendes siebenstündiges Musikprogramm organisiert, das von  Hilfsgruppen-Aktivist Paul Schneider (Bürgermeister Esser: „Der beste DJ der Eifel“) moderiert wurde.

Am Nachmittag bedankte sich Willi Greuel bei der Bevölkerung für deren Unterstützung im Rahmen der Flutopfer-Hilfe. Durch viele Spenden sei es der Hilfsgruppe möglich gewesen, Flutopfer in  der Region mit über 530.000 Euro Soforthilfen zu unterstützen. Davon seien 122.000 Euro an Betroffene, überwiegend Familien mit Kindern, in der Gemeinde Kall gezahlt worden.

Paul Schneider von der Hilfsgruppe Eifel führte beim Helferfest durch das Musikprogramm. Foto. Reiner Züll

Das Musikprogramm, das Paul Schneider präsentierte, konnte sich sehen lassen. Mit von der Partie waren der Lieblingsstar der Kinder, Uwe Reetz, die Band „Eifelperlen“, die Dreiborner Schotten „Drums & Pipes“, die Cover-Band „Lückenfüller“ und die bekannte Oldie-Coverband „Herb Kraus & The WALKIN‘ SHOES“, die mit Oldies aus dem 70er Jahren begeisterten.

Die Oldie-Coverband „Herb Kraus & The WALKIN‘ SHOES“ begeisterte das Publikum mit Oldies aus dem 70er Jahren. Foto: Reiner Züll

Bürgermeister Hermann-Josef Esser war nach zwei Tagen zufrieden. Er dankte seinem Orga-Team, das die zweitägige Veranstaltung in monatelanger Arbeit organisiert hatte. Die Organisation lag bei der Vorbereitung und der Durchführung der Doppel-Veranstaltung in den bewährten Händen von Bürgermeister Esser, Katja Piana, Bianca Scory und Martin Diefenbach (Gemeindeverwaltung), Steffi Hübner und Stefan Kupp (stellvertretende Bürgermeister/in),  Wolfgang Glasmacher (Initiator des Festes), Ralf Heistert, Paul Schneider, Reiner Züll (Hilfsgruppe Eifel).

Die Resonanz auf die beiden Veranstaltungstage auf dem neuen Bahnhofsvorplatz war durchweg positiv. Mit seinem Kommentar „Ein tolles Fest, bitte wiederholen“, brachte es ein Besucher in den sozialen Medien auf den Punkt.

Und auch die Hilfsgruppe war am Ende zufrieden, denn sie konnte sich über 1068 Euro freuen, die in der Spendenbox gelandet waren.       (Reiner Züll)

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25 Jul
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Große Sorge um die Kinderklinik in Lviv

Die Hilfsgruppe hofft, das die Station vom Krieg in der Ukraine  verschont bleibt – Künstlerin Ela Rübenach: „Luftsperrung gilt nicht für Friedenstauben“ – Die Eifeler Oldienacht im nächsten Jahr steht noch in den Sternen – Willi Greuel: „Handwerker sind Mangelware“

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Kall/Flamersheim – Der Hilfsgruppe Eifel seien im Monat Juni 21.200 Euro gespendet worden, berichtete der Vorsitzende Willi Greuel beim jüngsten Monatsstammtisch der Kaller Kinderkrebshilfe. Im gleichen Zeitraum seien knapp 8000 Euro in aktuelle Hilfsprojekte investiert worden. Wie Greuel berichtete, habe auch die Hilfsgruppe ein Jahr nach der Flutkatastrophe noch immer mit dem akuten Mangel von Handwerkern zu kämpfen.

Schon im vergangenen Jahr habe die Kaller Gruppe auf dem Gelände der Bonner Uni-Klinik, wo neben dem neuen Eltern-Kind-Zentrum ein neues Elternhaus  eingeweiht worden war, einen Kinderspielplatz schaffen wollen. Der Platz sollte eine Ergänzung des Projektes sein, in dessen Verlauf die Hilfsgruppe die komplette Inneneinrichtung von 43 Elternzimmern im neuen Haus durch das Kaller Möbelhaus Brucker mit rund 150.000 Euro finanziert hatte.

Willi Greuel: „Das Geld ist da, aber keine Handwerker“

Im Tschernobyhospital in Lviv hat die Hilfsgruppe vor Jahren die Kinderstation komplett erneuert. Jetzt hofft man, dass sie  vom Krieg verschont bleibt. Foto: Reiner Züll

Es sei Bestreben der Hilfsgruppe gewesen, auch die Anlegung des Spielplatzes durch Eifeler Firmen zu realisieren. Doch da habe die Flut dem Verein einen Strich durch die Rechnung gemacht. Willi Greuel: „Das Geld ist da, aber keine Handwerker“.  Man hoffe jetzt, dass Firmen aus dem Bonner Raum gefunden werden.

Die Hilfsgruppe ist auch weiterhin in der Ukraine-Hilfe aktiv. Bisher, so Willi Greuel, seien rund 30.000 Euro zweckgebundene Spenden für dieses Projekt eingegangen. Bisher beschränke sich die Hilfe noch auf die Beschaffung von wichtigen Medikamenten.

Das Konzert des LPO NRW unter der Leitung von Scott Lawton brachte einen Erlös von 2700 Euro. Foto: Reiner Züll

Bei den Ausgaben dieser Spendengelder sei man derzeit noch vorsichtig, weil man die Entwicklung im ukrainischen Lviv im Auge behalten und abwarten wolle, ob dort die Hilfe aus der Eifel Hilfe nötig wird.

In Lviv hat die Hilfsgruppe vor Jahren die komplette Erneuerung der Kinderstation im dortigen Tschernobyl-Hospital mit rund 200.000 Euro finanziert. Greuel: „Wir hoffen jetzt, dass das Hospital vom Krieg verschont bleibt“.  Man sei in großer Sorge um die Kinderklinik und bereit, Hilfe zu leisten, wenn sie dort nötig werde.

Die Frage, ob im Juni nächsten Jahres die weithin bekannte un beliebte Eifeler Oldienacht und das traditionelle Familienfest zwei Tage später auf dem Gelände des Jugendgästehauses in Urft nach zweijähriger Pause wieder stattfinden kann, konnte Willi Greuel nicht beantworten. Das stehe noch in den Sternen. Die Wiederherstellung der im letzten Jahr von der Flut völlig zerstörten Infrastruktur am Jugendgästehaus und an den dazugehörigen Wirtschaftsgebäuden werde wohl noch eine Zeit lang andauern.

Ob die die Eifeler Oldienacht im Park des Urfter Jugendgästehauses im nächsten Jahr wieder stattfinden kann, ist in Anbetracht der schweren Flutschäden noch ungewiss. Foto: Reiner Züll

Das Frühlingskonzert des Landespolizeiorchesters NRW im Mai in der Hellenthaler Grenzlandhale habe einen Erlös von knapp 2700 Euro erbracht. Das Orchester habe zugesagt, das traditionelle Neujahrskonzert im nächsten Jahr wieder zugunsten der Hilfsgruppe Eifel zu geben, so Greuel.  Eine weitere Spende in Höhe von 5000 Euro habe die Hilfsgruppe von der landesweiten Rad-Aktion „Tour der Hoffnung“ erhalten.

Zur Goldhochzeit um Spenden gebeten

Das Gemünder Ehepaar Alice und Hans Karls, deren Familie zwei Tankstellen in Kommern und Kall betreibt, hat anlässlich seiner Goldhochzeit auf Geschenke verzichtet, und stattdessen um Spenden für die Hilfsgruppe gebeten.  Das Jubelpaar habe ihm kürzlich den stolzen Spendenbetrag von 1820 Euro übergeben, berichtete der Hilfsgruppen-Vorsitzende. Die Familie gehöre seit Jahren zu den treuen Unterstützern der Hilfsgruppe.

„„Luftraum-Sperrung gilt nicht für Friedenstauben“ – Nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine hat Ela Rübenach ihr Kunstwerk modifiziert. Foto: Reiner Züll

Von einer ganz besonderen Spendenaktion berichtete die Flamersheimer Künstlerin Michaela „Ela“ Rübenach. Sie hatte im Rahmen der alljährlichen Ausstellung von Mechernicher Künstlern, die in letztes Jahr unter dem Titel „Zeitgeist“ ein Bild geschaffen, das eine weiße Taube auf einem blauen Hintergrund zeigt.

Nachdem im Februar der Krieg in der Ukraine ausgebrochen war und danach die Einrichtung einer Flugverbotszone diskutiert wurde, modifizierte Ela Rübenach ihr Kunstwerk. Sie arbeitete eine blau-gelbe ukrainische Flagge, die die Taube in ihren Fängen hält, in das Kunstwerk ein. Dem gab sie den Titel „Luftraumsperrung gilt nicht für Friedenstauben“.

Mit dem verkauf von Postkarten einer Friedenstaube, die die ukrainische Flagge in den Fängen hät, hat die Flamersheimer Künstlerin Ela Rübenach einen Erlös von 1000 Euro erzielt, die sie der Hilfsgruppe Eifel spendete. Pia Benz ´(links) und Kathi Greuel (rechts) nahmen die Spende entgegen. Foto: Reiner Züll

Die Künstlerin ließ von dem modifizierten Bild 1000 Postkarten drucken, die sie zum Preis von einem in ihrem Bekanntenkreis zum Verkauf anbot. 880 Karten, so berichtete Ela Rübenach beim Hilfsgruppen-Monatstreffen, habe sie verkaufen können. Sie habe den Spendenbetrag dann auf glatte 1000 Euro aufgerundet.

Nachdem die Hilfsgruppe die Gemeinde Kall  bei der Planung der Gedenk- und Dankfeier zum ersten Jahrestag der Flut mir Rat und Tat unterstützt hat, wird sie auch am Sonntag, 14. August, beim Mechernicher Brunnenfest präsent sein. Ebenfalls bei der Kaller Herbstschau, die am Sonntag, 25. September, stattfindet.  (Reiner Züll)

 

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26 Mai
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Ein furioses Frühlingskonzert

Das Landes-Polizeiorchester NRW musizierte zum elften Mal für die Hilfsgruppe Eifel – Verspäteter Auftakt zum 30-jährigen Bestehen des Kaller Vereins – Badelts „Fluch der Karibik“, Cohens  „Halleluja“ und zum Finale der Radetzkymarsch – In drei Jahrzehnten 8,6 Millionen Euro Spendengelder in zahlreiche Hilfsprojekte investiert – Landrat Markus Ramers lobte das außergewöhnliche Engagement

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Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel begrüßt die Konzertbesucher und berichtet von einer Summe von 8,6 Millionen Euro, die der Kaller Verein in den 30 Jahren seines Bestehens in ihre Hilfsprojekte investiert hat. Foto: Reiner Züll

Kall-Hellenthal- Dirigent Scott Lawson genoss sichtlichen den langen anhaltenden Beifall, mit dem das Publikum sich am Sonntagabend in der Hellenthaler Grenzlandhalle am Ende eines furiosen Konzertes beim Landespolizeiorchester (LPO) NRW bedankte. Zum elften Mal gastierte das Ensemble der Profimusiker zugunsten der Hilfsgruppe Eifel im Kreis Euskirchen, und Scott Lawton freute sich: „Nach zweijähriger Auszeit könne wir endlich wieder in der Eifel musizieren, um die Hilfsgruppe zu unterstützen.“.

Nach mehr als zweijähriger Corona-Pause hatte das Warten des Publikums endlich ein Ende. Nachdem das Polizeiorchester zehn Jahre in Folge ihr Neujahrskonzert im Gemünder Kursaal gegeben und dabei weit über 40.000 Euro für die Hilfsgruppe Eifel eingespielt hatte, fiel das für Januar letzten Jahres geplante elfte Konzert in Gemünd wegen der Corona-Pandemie aus. Hinzu kam später die Flutkatastrophe im Juli, die das Kurhaus in der Kurstadt zerstörte.

Ein gefragter Dirigent, exzellenter Moderator un Freund der Eifel. Scott Lawton: „„Ich weiß, dass wir uns im nächsten Jahr wiedersehen““. Foto: Reiner Züll

Bei der Gemeinde Hellenthal erfuhr die Hilfsgruppe spontane und unbürokratische Hilfe, damit das elfte Neujahrskonzert mit einjähriger Verspätung in der Hellenthaler Grenzlandhalle stattfinden konnte. Doch die noch immer anhaltende Corona-Pandemie und die damit verbundenen hohen Auflagen führten  zu einer erneuten Absage des Neujahrskonzertes.

„Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen, aber es ist unter den gegeben Umständen unmöglich, das Konzert in einem würdigen Rahmen zu veranstalten“, hatte Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel („Die Gesundheit geht vor“) dem Leiter des Landespolizeiorchesters, Erster Polizeihauptkommissar Wilhelm Engel damals mitgeteilt.

Mit Blumen bedankte sich Dagmar Poth von der Hilfsgruppe Eifel bei dem Orchester. Foto: Reiner Züll

Nachdem sich die Situation dann langsam verbesserte und LPO-Dirigent Scott Lawton endlich wieder mit seinem Polizeiorchester in der Eifel musizieren wollte, beschlossen er und Willi Greuel, im Mai in Hellenthal statt dem ausgefallenen Neujahrskonzert zu einem  Frühlingskonzert aufzuspielen. Wieder zog die Gemeinde Hellenthal mit und stellte der Hilfsgruppe die Grenzlandhalle kostenlos zur Verfügung.

Bei den bisherigen zehn Benefiz-Neujahrskonzerten des Polizeiorchesters sind über 40.000 Euro für die Hilfsgruppe zusammengekommen. Dafür sei man dem Ensemble sehr dankbar, sagte Hilfsgruppen-Chef Willi Greuel bei seiner Begrüßung des Emsemblems und der Konzertbesucher in der fast ganz besetzten Grenzlandhalle. Dank richtete Greuel auch an den  Hellenthaler Bürgermeister Rudolf Westerburg, der ein  großer Unterstützer der Hilfsgruppe sei.

Die Hilfsgruppe sei im vergangenen Jahr 30 Jahre alt geworden und wegen der Corona-Pandemie könne man erst jetzt mit dem Frühlingskonzert das Jubiläum verspätet einläuten. In den 30 Jahren des Bestehens habe die Hilfsgruppe 8,6 Millionen Euro in ihre Hilfsprojekte investieren können – das nur wegen der großen Spendenbereitschaft der Eifeler Bevölkerung.

Nach der Flut im Juli letzten Jahres habe der Verein die Hochwasseropfer in den betroffenen Gebieten mit annähernd einer halben Million Euro unterstützt. Auch das Landespolizeiorchester habe mit seiner Treue zum Konzertieren in der Eifel dazu beigetragen, dass die Hilfsgruppe diese Unterstützung habe leisten können. Derzeit sei der Kaller Verein in der Ukraine-Hilfe unterwegs.

In der Hellenthaler Grenzlandhalle erlebten etwa 350 Besucher ein furioses Konzert. Bei den bisherigen zehn Konzerten spielte das Landespolizeiorchester NRW unter der Leitung von Dirigent Scott Lawton über 40.000 Euro für die Hilfsgruppe ein. Foto: Reiner Züll

Das Frühlingskonzert in der Grenzlandhalle, das unter der Schirmherrschaft von Landrat Markus Ramers stand, war geprägt von bekannten Filmmusiken, vornehmlich von John Williams. Eröffnet wurde es mit der Europa-Hymne von Ludwig van Beethoven. Es folgten die Olympische Fanfare von John Williams. Bis zur Pause intonierte das Orchester Cinema Paradiso (Ennio Morricone), Malignen (Ernesto Lecuona), In einem fernen Land (John Williams), Beauty and Thek Beast (Alan Menken) und E.T. – Adventures an Earth (John Williams), dem Abschied des Außerirdischen von seinem Freund vor der Rückkehr ins All.

Schirmherr Landrat Markus Ramers (rechts) und der Hellenthaler Bürgermeister Rudolf Westerburg klatschten begeistert Beifall. Foto: Reiner Züll

Bevor der zweite Teil des Konzertes begann bedankte sich Landrat Markus Ramers beim Orchester und bei der Kaller Hilfsgruppe Eifel für das nunmehr 30-jährige außergewöhnliche Engagement. Hilfen in Höhe von 8,6 Millionen Euro sei eine unglaubliche Zahl. Und was sie nach der zweijährigen Corona-Pandemie, in der keine Veranstaltungen hätten stattfinden können, für Flutopfer geleistet hätten, sei mehr als außergewöhnlich.

Auch Bürgermeister Rudolf Westerburg bedankte sich. Be der Flut seien in der Gemeinde über 500 Häuser un Grundstücke schwer beschädigt worden. Die Hilfsgruppe habe auch vielen Familien in der Gemeinde finanzielle Hilfe geleistet.

Dann ging es weiter mit bekannten Stücken wie Indiana Jones (John Williams), Donat you worry ´bout a thing (Stevie Wonder), Fluch der Karibik (Klaus Badelt) Goldplay on Stage (Goldplay) Rosanna (Toto) und Michael (Michael Jackson). Zum Ende des offiziellen Teiles trug das Orchester mit Klenzmer Classics traditionelle Volksweisen aus der Ukraine vor.

Als erste Zugabe brachte das Ensemble das „Halleluja“ des kanadischen Singer-Songwriters Leonard Cohen zu Gehör. Traditionell beendete der Radetzky-Marsch, bei dem das Publikum begeistert mit klatschte, ein furioses Konzert der Polizeimusiker. Zum Abschied kündigte Dirigent Scott Lawton an: „Ich weiß, dass wir uns im  nächsten Jahr wiedersehen“.

Mit Blumen für das Polizeiorchester und für die Bürgermeister-Gattin Irene Westerburg bedankte sich die Hilfsgruppe für ein furioses Konzert und die große Unterstützung der Gemeinde Hellenthal. (Reiner Züll)

Das Publikum bedankte sich beim Orchester und Dirigent Scott Lawton (rechts) mit stehendem Applaus. Fotos: Reiner Züll

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11 Apr
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Trotz Regen und Wind für die Ukraine-Hilfe gelaufen

Kilometergeld von Sponsoren – Auch Regen und Wind konnte den Eifer der Kinder des Grundschulverbundes Marmagen/Zingsheim nicht bremsen – 4651 Euro für die Hilfsgruppe Eifel – Willi Greuel: „Jeder Cent kommt an“ – Lauter Jubel bei der „Das kann ich schon“-Feier – Buttons mit Friedenstaube verkauft

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Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel applaudiert Schulleiterin Barbara Jordans für den tollen Erfolg des Sponsorenlaufes. Foto: Reiner Züll

Kall/Marmagen – Der letzte Schultag vor den Osterferien war  für die Schüler der Grundschule Marmagen/Zingsheim ein ganz besonderer. Nicht nur, dass der Freitag im Zeichen der traditionellen „Das kann ich schon“-Feier stand, Schulleiterein Barbara Jordans konnte zum Ferienstart auch den Vorsitzenden der Hilfsgruppe Eifel sowie deren Pressesprecher Reiner Züll am Marmagener Standtort willkommen heißen.  Von Willi Greuel erfuhren die Erst-bis Viertklässler viele über die Arbeit der Hilfsgruppe, die sich derzeit auf die Unterstützung von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine kümmert, die in den  Kreis Euskirchen gekommen sind.

Schulleiterin Barbara Jordans übergab am letzten Schultag vor den Osterferien einen symbolischen Spendenscheck über 4651 Euro an Hilfsgruppen-Vorsitzenden Willi Greuel, der über die Arbeit des Vereins berichtete. . Foto: Reiner Züll

Die Vertreter der Hilfsgruppe waren aber nicht zu den Kindern gekommen, um nur über die Aktivitäten des Kaller Vereins zu berichten. Vielmehr hatte die Schulleitung sie eingeladen, um eine Spende für das Ukraine-Projekt der Hilfsgruppe zu übergeben. Denn der Krieg in der Ukraine und das große Leid der Flüchtlinge sind seit ein paar Wochen auch ein Thema in dem Grundschulverbund der Gemeinde Nettersheim.

Überraschte die Kinder und den Hilfsgruppen-Vorsitzenden: Schulleiterin Barbara Jordans zeigt den Scheck mit der Spendensumme von 4651 Euro. Foto: Reiner Züll

Um der Hilfsgruppe und damit ukrainische Flüchtlinge zu unterstützen, harten sich die Schulkinder mächtig ins Zeug gelegt.  Am 1. April waren sie zu einem großen Sponsorenlauf gestartet um Geld für ihre gelaufenen Kilometer zu sammeln. Zudem hatten sie Buttons mit dem Bild einer Friedenstaube hergestellt und verkauft.

Wie Schulleiterin Barbara Jordans berichtete, waren sowohl  die Button-Aktion als auch der Sponsorenlauf erfolgreich verlaufen. Zwar habe beim Laufen am 1. April recht mieses Wetter geherrscht, jedoch hätten Regen und Wind den Eifer der 112 teilnehmenden Kinder keineswegs bremsen können.

Den symbolischen Spendenscheck, den Schulleiterin Barbara Jordans  während der  „Das kann ich schon“-Feier in der Aula übergab, hatte das Kollegium in den blau-gelben Farben der Ukraine gestaltet. Den Spenden betrag hielt die Rektorin  zunächst vor den Schülern und Willi Greuel geheim. „Schätzen Sie mal“, fragte sie den Vorsitzenden des Kaller Vereins. Mit seinen geschätzten 200 Euro lag Greuel dann aber ganz gewaltig daneben.

Unter den Kindern brach lauter Jubel aus, als die Rektorin den Scheck mit dem stattlichen Betrag von insgesamt 4651 Euro vorzeigte. Willi Greuel versprach, dass jeder Cent der Ukraine-Hilfe zugutekomme: „Darauf könnt Ihr Euch verlassen“.

Die Kinder hatten Buttons hergestellt.

Er berichtete von einer Aktion der Hilfsgruppe, die 2004 in der Großstadt Lviv, im westlichen Teil der Ukraine, die komplette Kinderstation des Tschernobyl-Hospitals für rund 200.000 Euro erneuert habe.

Sollte dort wieder Hilfe notwendig sein, werde die Hilfsgruppe diese wieder leisten. Man bemühe sich, Kontakt zu dem Krankenhaus zu bekommen. Derzeit gehe es aber hauptsächlich um die Unterstützung von ukrainischen Flüchtlingen im Kreis Euskirchen.

Bevor sich die Kinder in die Osterferien verabschiedeten, bedankte sich Willi Greuel sich bei Schulleiterin Barbara Jordans mit einer Urkunde der Hilfsgruppe.                                   (Reiner Züll)

Die Übergabe des Spendenschecks erfolgte während der „Das kann ich schon“-Feier in der Marmagener Grundschule. Foto: Reiner Züll

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10 Apr
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Vize-Landrat Leo Wolter: „Hut ab“

Der DKMS-Radler Benedikt Goesmann (Bild oben)  machte auf seiner 4500 Kilometer langen Rad-Tour von Paderborn nach Lissabon Station am Kreishaus in Euskirchen – Von Vize-Landrat Leo Wolter und Hilfsgruppen-Chef Willi Greuel empfangen – In wenigen  Tagen schon 50.000 Euro Spenden gesammelt – Respekt vor den Alpen – Nach Rückkehr Vortrag bei der Hilfsgruppe Eifel in Kall

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Kall/Euskirchen Er machte auf der vierten Etappe von Köln nach Bonn mit seinem Fahrrad einen Umweg über Euskirchen, wo er am Kreishaus von Vize-Landrat Leo Wolter und Willi Greuel, dem Vorsitzenden der Kaller Hilfsgruppe Eifel, empfangen wurde. Der 33-jährige Benedikt Goesmann ist seit Montag von Paderborn aus auf einer Spenden-Tour nach Lissabon. 4500 Kilometer wird der IT-Experte zurücklegen, ehe er seine für den 10. Juni geplante Ankunft am nördlichsten Teil des europäischen Festlandes erreicht.

Er macht die Gewalttour in Gedenken an seine vor zwei Jahren an Akuter Lymphatischen Leukämie (ALL) verstorbene 33-jährige Ehefrau Alicia. Auf seiner Tour sammelt er Spenden für die Unterstützung der Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS), die seit 2018 auch einen Standort in Südamerika hat, wo seine verstorbene Frau herstammte.  Unterstützt wird die Tour von der Hilfsgruppe Eifel, die sich der Bekämpfung der Leukämie seit nunmehr 30 Jahren widmet.

In der Cafeteria des Kreishauses berichtete Bededilkt Goesmann von seinem großen Vorhaben, die DKMS zu unterstützen. Willi Greuel sagte eine Spende von 5000 Euro zu. Foto: Reiner Züll

Am Kreishaus in Euskirchen traf DKMS-Radler Benjamin Goesmann am Donnerstagvormittag auf Vize-Landrat Leo Wolter und den Hilfsgruppen-Vorsitzenden Willi Greuel. Mit dem kleinen Maltester-Rüden „Bruno“, dem Hund seiner verstorbenen Frau Alicia, war Goesmann bei recht miesem Wetter in die Kreisstadt gekommen, um sein Tour-Projekt vorzustellen und die Hilfsgruppe kennenzulernen.

Vize-Landrat Leo Wolter war beeindruckt von Goesmanns Schilderung über den frühen Todes seiner an Leukämie erkrankten Ehefrau Alicia,  und der nun begonnenen Spendenfahrt des Witwers zur Bekämpfung der Leukämie. 4500 Kilometer im Fahrradsattel, um das Vermächtnis seiner Ehefrau zu erfüllen, da könne er nur sagen „Hut ab“, so Leo Wolter.

Benedikts ständiger Begleiter ist der kleine Maltester-Rüde „Bruno“. Vize-Landrat Leo Wolter war angetan von dem kleinen Hund, der einst der so früh verstorbenen Ehefrau von Benedikt Goesmann gehörte. Foto: Reiner Züll

Seit Montag sei er auf Tour, berichtete der 33-Jährige Paderborner. Auf den ersten vier Etappen habe er bei Freunden übernachten können, ebenfalls auf seiner Tour bis Straßburg. „Danach schaue ich von Tag zu Tag, wo ich nachts unterkomme. Allerdings habe er auf seiner Facebook-Seite schon Unterkunft-Angebote bekommen.

Weil er auch die englische und spanische Sprache beherrsche und auch ein wenig Französisch könne, werde es auf der zweimonatigen Fahrrad-Tour kenne Verständigungsschwierigkeiten geben. Täglich will er zwischen 80 und 90 Kilometer schaffen, wobei er großen Respekt vor der Überquerung der Alpen habe. Am 20. Juni will Goesmann das Ziel in  Cabo da Roca bei Lissabon erreicht haben. .

Das Echo auf seine Spendenfahrt sei enorm: Als er am Montag losgefahren sei, habe er sich über ein Spendenaufkommen von 17.000 Euro freuen können. Inzwischen sei die Spendensumme für die DKMS schon auf über 50.000 Euro angestiegen. Von Freunden, Bekannten, Vereinen und Firmen erfahre er große Unterstützung. Für die Hilfsgruppe Eifel sagte Willi Greuel dem Benefiz-Radler eine weitere Unterstützung in Höhe von 5000 Euro zu.

Vize-Landrat Leo Wolter (rechts) und Willi Greuel von der Hilfsgruppe Eifel (links) empfingen Benedikt Goesmann am Kreishaus in Euskirchen. Dort machte der 33-Jährige Station auf seiner 4500 Kilometer langen Spenden-Radtour nach Lissabon. Foto: Reiner Züll

Im Bistro des Kreishauses berichtete Goesmann, dass in Südamerika jeden Tag zwei Kinder an Leukämie sterben. Während die Überlebenschancen eines Leukämiekranken in Deutschland bei 80 Prozent liege, seien es in Südamerika etwa 30 Prozent. Das habe seine Gattin ändern wollen, sei aber dann selbst an der heimtückischen Krankheit verstorben.

Auf seiner langen Tour nach Lissabon will Benedikt nach jeweils fünf Tagen Radfahren zwei Tage Pause machen um Kraft zu tanken. Der Hilfsgruppe versprach er von seiner Weiterfahrt, nach seiner Rückkehr im Juni, und vor Antritt eines zweijährigen Aufenthaltes für seine Firma in  Mexiko im August, einen Vortragsabend zu halten, um über seine Erlebnisse während der 4500-Kilometer-Tour zu berichten.  (Reiner Züll)

www.ride-for-all.de

 

 

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